Psoriasis ist keine reine Hauterkrankung. Es ist eine systemische, immunvermittelte Entzündungskrankheit mit Hautmanifestation. Das bedeutet: Was den ganzen Körper entzündlich beeinflusst, beeinflusst auch die Schuppenflechte. Ernährung ist ein solcher Faktor.
Die stärkste ernährungsmedizinische Evidenz für Psoriasis betrifft das Körpergewicht. Adipositas ist ein unabhängiger Risikofaktor für Psoriasis und verschlimmert bestehende Erkrankungen. Adipokine (Entzündungsmediatoren aus Fettgewebe, besonders TNF-alpha und IL-6) verstärken die Psoriasis-spezifische Entzündungskaskade.
Die Evidenz: Eine RCT (2014) zeigte: Kalorienbeschränkung (8 Wochen) bei übergewichtigen Psoriasis-Patienten führte zu einer signifikanten Verbesserung des PASI-Scores (Psoriasis Area and Severity Index). Die Verbesserung korrelierte mit dem Gewichtsverlust.
Ziel: BMI unter 25. Jedes Kilogramm weniger verbessert die Entzündungslage.
Die mediterrane Ernährung (reich an Gemüse, Obst, Olivenöl, Fisch, Nüssen; arm an rotem Fleisch, Zucker und verarbeiteten Lebensmitteln) hat die stärkste Evidenzbasis aller Ernährungsformen für Psoriasis.
Eine systematische Übersichtsarbeit (2020) kommt zum Schluss:
EPA und DHA aus fettreichem Fisch (oder Algenöl) sind potente Entzündungsmodulatoren. Sie reduzieren die Produktion von Prostaglandinen und Leukotrienen, die an der Psoriasis-Entzündung beteiligt sind.
Die Evidenz: Eine Metaanalyse (2019, 12 RCTs) fand: Omega-3-Supplementation (1,8–3,6g EPA+DHA/Tag über 8–12 Wochen) verbesserte den PASI-Score signifikant gegenüber Placebo. Der Effekt war moderat.
Psoriasis-Patienten haben häufig niedrige Vitamin-D-Spiegel. Topisches Vitamin D (Calcipotriol) ist eine Standardtherapie. Oral hat Vitamin D eine moderate Evidenz:
Eine RCT (2021) zeigte: Vitamin-D-Supplementation (2.000 IE/Tag) bei Psoriasis-Patienten mit Defizienz verbesserte den PASI-Score signifikant.
Etwa 0,5–2% der Psoriasis-Patienten haben eine Zöliakie – für diese ist eine glutenfreie Ernährung essenziell. Für alle anderen gibt es keine überzeugende Evidenz. Eine systematische Übersichtsarbeit (2021) fand keinen klaren Nutzen einer glutenfreien Ernährung bei Psoriasis-Patienten ohne Zöliakie.
Keine wissenschaftliche Basis. Der Körper hat eigene Entgiftungsorgane. Detox-Diäten führen zu kurzfristigem Gewichtsverlust (Wasser/Muskel), der bei Psoriasis nicht nachweislich hilft.
Wie im Artikel zur alkalischen Ernährung erläutert: Die Theorie ist physiologisch falsch. Die praktischen Empfehlungen (mehr Gemüse, weniger Fleisch) sind zwar gesund, aber das ist nicht „basisch" – das ist einfach eine gute Ernährung.
Nein. Ernährung kann die Entzündungslage verbessern und die Symptomatik lindern, aber sie ersetzt keine medizinische Behandlung. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn Ernährung UND medizinische Therapie kombiniert werden.
Etwa 8–12 Wochen, bis Veränderungen auf der Haut sichtbar werden. Die systemischen Entzündungsmarker (CRP, IL-6) verändern sich früher.
Intermittierendes Fasten (16:8) und Heilfasten können kurzfristig den PASI-Score verbessern. Die Evidenz ist vorläufig. Bei Untergewicht und/oder medikamentöser Behandlung nicht ohne ärztliche Rücksprache.
Die Theorie: Solanin und Capsaicin in Nachtschattengewächsen könnten Entzündung fördern. Die Evidenz ist schwach. Ein Eliminationstest (4 Wochen meiden, dann reintroduzieren) zeigt, ob du persönlich reagierst.
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Ernährung beeinflusst Psoriasis – aber nicht so stark wie oft behauptet. Die stärkste Evidenz haben Gewichtsreduktion bei Übergewicht, mediterrane Ernährung und Omega-3-Supplementation. Glutenfreie Ernährung hilft nur bei Zöliakie. Die Psoriasis-optimierte Ernährung ist im Kern eine antientzündliche Ernährung: viel Gemüse, Fisch, Olivenöl; wenig Zucker, Alkohol und verarbeitete Lebensmittel. Ergänzend zur medizinischen Behandlung – nicht als Ersatz.
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