Folliculitis – die Entzündung des Haarfollikels – ist eine der häufigsten Hauterkrankungen, die oft mit Akne verwechselt wird. Die korrekte Unterscheidung ist entscheidend, weil die Behandlungen grundlegend verschieden sind. Was Akne-Patienten hilft (Retinoide, BHA) kann Folliculitis verschlimmern, und umgekehrt.
Folliculitis ist eine Entzündung des Haarfollikels, die durch Bakterien, Pilze, Viren oder physikalische Reizung verursacht werden kann. Sie äußert sich als kleine, rote, oft juckende Papeln oder Pusteln, die Haarfollikel-zentriert sind.
Bakterielle Folliculitis:
Pilzliche Folliculitis (Malassezia-Folliculitis):
Pseudomonas-Folliculitis (Hot Tub Folliculitis):
Eosinophile Folliculitis:
| Merkmal | Folliculitis | Akne | |---|---|---| | Komedonen | Nein | Ja (offene/geschlossene) | | Pustel | Haarfollikel-zentriert | Kann variieren | | Juckreiz | Häufig | Selten | | Brennen | Möglich | Selten | | Verteilung | Jede Körperstelle | Gesicht, Rücken, Brust | | Ursache | Infektion/Reizung | Talg + Verhornung + Bakterien | | Behandlung | Antiseptisch/Antimykotisch | Keratolytisch/Retinoide |
Klinischer Test: Wenn keine Komedonen (Mitesser) vorhanden sind und die Läsionen jucken, ist eine Folliculitis wahrscheinlicher als Akne.
Milde Form:
Moderate bis schwere Form:
Prävention:
Ketoconazol-Shampoo (2%): Als Körperwaschlotion verwenden, 3-5 Minuten einwirken lassen, 2-3x pro Woche. Eine Studie von Rubenstein & Malerich (2014) bestätigte die Wirksamkeit bei Malassezia-Folliculitis.
Clotrimazol-Creme (1%): Topisch auf betroffene Stellen, 2x täglich.
Selen-Sulfid (2,5%): Als Körperwaschung, alternativ zu Ketoconazol.
Meist selbstlimitierend. Bei persistierenden Symptomen: Ciprofloxacin oral. Whirlpools und Hot Tubs meiden oder sicherstellen, dass der pH-Wert und die Desinfektion korrekt sind.
Tipp: Eine Chlorhexidin-Waschlotion ist die effektivste rezeptfreie Maßnahme bei bakterieller Folliculitis.
Die bakterielle Form kann übertragen werden, insbesondere bei engem Hautkontakt oder geteilten Handtüchern/Rasierern. Die pilzliche Form ist in der Regel nicht ansteckend.
Ja. „Rasier-Folliculitis" (Pseudofolliculitis barbae) ist eine der häufigsten Formen. Tipps: Scharfe Klingen, mit dem Haarwuchs rasieren, nicht zu eng rasieren, nach dem Rasieren antiseptisch nachbehandeln.
Eingewachsene Haare (Pseudofolliculitis) zeigen oft das eingewachsene Haar unter der Haut. Folliculitis ist eine echte Entzündung des Follikels mit Pustelbildung. Beide können gleichzeitig auftreten.
Möglicherweise. Die antimikrobielle Wirkung von Teebaumöl (Terpinen-4-ol) kann bei bakterieller Folliculitis helfen. Als 5% Lösung in Trägeröl auftragen. Siehe unseren Teebaumöl-Guide.
Wenn die Läsionen nach 2 Wochen Selbstbehandlung nicht besser werden, sich ausbreiten, großflächig werden, oder wenn Fieber oder Schwellung der Lymphknoten auftreten.
Ja. Chronische Folliculitis (insbesondere Malassezia-Folliculitis) erfordert eine langfristige antimykotische Erhaltungstherapie – ähnlich wie bei seborrhoischem Ekzem. Siehe unseren Seborrhoisches Ekzem Guide.
Folliculitis wird häufig mit Akne verwechselt, erfordert aber eine grundlegend andere Behandlung. Die korrekte Unterscheidung (Fehlen von Komedonen, Juckreiz, Haarfollikel-zentrierte Pusteln) ist entscheidend. Bakterielle Folliculitis wird antiseptisch behandelt (Chlorhexidin, Benzoylperoxid), Malassezia-Folliculitis antimykotisch (Ketoconazol). Die häufigste Ursache ist mechanische Irritation durch Rasieren – eine Anpassung der Rasiertechnik ist die wichtigste Präventionsmaßnahme.
Weitere Hauterkrankungs-Guides findest du in unserem Wissen-Bereich und im Blog-Archiv.
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