Das seborrhoische Ekzem (Seborrhoische Dermatitis, SD) ist eine der häufigsten Hauterkrankungen überhaupt – bis zu 5% der Bevölkerung sind betroffen, mit einer Häufung bei Männern zwischen 20 und 50 Jahren. Die Erkrankung ist chronisch, schubweise und gut behandelbar, wenn man den zugrunde liegenden Pilz Malassezia ins Visier nimmt.
Das seborrhoische Ekzem ist eine entzündliche Hauterkrankung, die durch eine pathologische Besiedlung mit dem Hefepilz Malassezia (früher Pityrosporum ovale) ausgelöst wird. Der Pilz ist ein normaler Bewohner der Haut, aber bei betroffenen Personen führt eine veränderte Immunantwort zu einer Entzündungsreaktion.
Typische Lokalisationen:
Symptome:
Ketoconazol (2%): Der Goldstandard. Ketoconazol-Shampoo (z.B. Terzolin, Nizoral) hemmt die Ergosterol-Synthese in der Pilzzellwand und reduziert die Malassezia-Population signifikant.
Eine Cochrane-Review von Kastarinen et al. (2014) bestätigte: Ketoconazol-Shampoo ist effektiver als Zinkpyrithion und Selen-Sulfid bei der Behandlung des seborrhoischen Ekzems der Kopfhaut.
Anwendung: 2-3x pro Woche, 3-5 Minuten einwirken lassen, gründlich ausspülen. Nach Besserung auf 1x pro Woche reduzieren.
Salicylsäure (2-3%): Löst die fettigen Schuppen und verbessert die Penetration von Antimykotika.
Alternativ: Milchsäure (2-5%) oder Harnstoff (5-10%) bei empfindlicher Kopfhaut.
Zinkpyrithion (1-2%): Antimykotisch und keratolytisch. Als Shampoo oder Waschlotion für das Gesicht verfügbar.
Zinksulfat: Oral als Supplement (15-30 mg/Tag) kann die Schubfrequenz reduzieren, allerdings ist die Evidenz schwächer als für topische Zinkverbindungen.
Bei akuten Schüben: Hydrocortison 0,5-1% für maximal 1-2 Wochen auf Gesicht und Körper. Auf der Kopfhaut können stärkere Kortikosteroide (Clobetasol) angewendet werden.
Wichtig: Kortikoide nur kurzfristig einsetzen – langfristig verschlechtern sie die Hautbarriere und können periorale Dermatitis auslösen. Siehe unseren Periorale Dermatitis Guide.
Was du meiden solltest:
Was du verwenden solltest:
Tipp: Ein Ketoconazol-Shampoo 2% ist das effektivste rezeptfreie Produkt gegen seborrhoisches Ekzem.
Nein. Malassezia ist ein normaler Hautbewohner. Die krankhafte Reaktion ist individuell und wird nicht übertragen.
Meist nicht spontan. Es ist eine chronische Erkrankung mit Schüben und Remissionen. Die Langzeitkontrolle mit antimykotischer Pflege ist der Schlüssel.
Ja, aber das Shampoo sollte ketoconazol- oder zinkpyrithion-haltig sein. Normale Shampoos können die Malassezia-Population nicht kontrollieren.
Möglicherweise. Eine Studie von Satchell et al. (2002) zeigte, dass 5% Teebaumöl-Shampoo die Schuppung reduziert. Die Evidenz ist jedoch schwächer als für Ketoconazol. Siehe unseren Teebaumöl-Guide.
Ja, mit Einschränkungen. Ölfreie, nicht-komedogene Produkte verwenden. Mineralpuder ist besser als flüssige Foundation. Schminkprodukte regelmäßig wechseln und Pinsel reinigen.
Wenn rezeptfreie Produkte nach 4-6 Wochen keine Besserung zeigen, bei starker Rötung oder Ausbreitung, bei Augenbeteiligung (Blepharitis) oder bei Verdacht auf eine andere Erkrankung.
Das seborrhoische Ekzem wird durch Malassezia verursacht und erfordert eine konsequente antimykotische Basistherapie. Ketoconazol-Shampoo (2%) ist der Goldstandard, ergänzt durch keratolytische Salicylsäure und leichte, ölfreie Gesichtspflege. Kortikoide nur kurzfristig. Die Erkrankung ist chronisch, aber mit der richtigen Routine gut kontrollierbar. Fettreiche Pflegeprodukte meiden, da sie den Pilz ernähren.
Weitere Hauterkrankungs-Guides findest du in unserem Wissen-Bereich und im Blog-Archiv.
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