Kontaktekzem (Kontaktdermatitis) ist die häufigste Hauterkrankung im Erwachsenenalter und gleichzeitig die häufigste Berufskrankheit in Deutschland. Jedes Jahr werden über 20.000 neue Fälle von Berufshauterkrankungen gemeldet – die Dunkelziffer ist deutlich höher. Dieser Guide erklärt die zwei Formen des Kontaktekzems, die häufigsten Auslöser und die evidenzbasierte Behandlung.
Mechanismus: Eine zellvermittelte Spättyp-Allergie (Typ IV nach Coombs & Gell). Beim ersten Kontakt bildet das Immunsystem Gedächtnis-T-Zellen. Bei erneutem Kontakt reagieren diese Zellen nach 24-72 Stunden mit einer Entzündungsreaktion.
Merkmale:
Mechanismus: Direkte Schädigung der Hautbarriere durch toxische Substanzen. Keine Immunbeteiligung – die Reaktion tritt bei jedem Menschen auf, wenn die Dosis hoch genug ist.
Merkmale:
Der Goldstandard zur Identifizierung von Kontaktallergenen. Testsubstanzen werden auf den Rücken gepflastert und nach 24, 48 und 72 Stunden abgelesen. Siehe auch unseren Allergietest-Guide.
Wichtige Fragen:
Tipp: Eine duftstofffreie Barriererepair-Creme sollte keine Konservierungsstoffe oder Duftstoffe enthalten, die selbst Allergene sein können.
Nein. Weder das allergische noch das toxische Kontaktekzem ist ansteckend. Es ist keine Infektion.
Ja. Wenn der Auslöser nicht identifiziert und gemieden wird, kann ein Kontaktekzem chronifizieren. Die Haut verdickt (Lichenifizierung) und die Entzündung wird selbstverstärkend.
Akutes Kontaktekzem heilt bei Auslöservermeidung innerhalb von 2-4 Wochen. Chronisches Kontaktekzem kann Monate bis Jahre dauern und eine langfristige Basistherapie erfordern.
Bedingt. Die wichtigste Maßnahme: Kontakt mit bekannten starken Allergenen (Nickel, Duftstoffe, Konservierungsstoffe) minimieren. Eine gesunde Hautbarriere ist der beste Schutz.
Ja, topisches Cortison ist die Erstlinientherapie bei akutem Kontaktekzem. Es sollte jedoch zeitlich begrenzt eingesetzt werden (max. 2-3 Wochen) und durch eine konsequente Basistherapie ergänzt werden.
Wenn die Hauterkrankung durch berufliche Einwirkungen entstanden ist und die Voraussetzungen der Berufskrankheitenverordnung erfüllt sind. Ein Hautarztverfahren nach BK 5101 sollte eingeleitet werden.
Kontaktekzem ist die häufigste Berufsdermatose und erfordert eine präzise Ursachenidentifikation. Der Epikutantest ist der Goldstandard. Die Behandlung besteht aus Auslöservermeidung, topischen Kortikosteroiden in der Akutphase und einer langfristigen Barriererepair-Pflege mit duftstofffreien, ceramidreichen Cremes. Bei Berufsdermatose sollte frühzeitig das Hautarztverfahren eingeleitet werden.
Weitere Hauterkrankungs-Guides findest du in unserem Wissen-Bereich und im Blog-Archiv.
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