Die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist eine der häufigsten endokrinen Erkrankungen. In Deutschland sind etwa 5-10% der Erwachsenen betroffen, Frauen 5-8x häufiger als Männer. Die häufigste Ursache ist Hashimoto-Thyreoiditis – eine autoimmune Entzündung der Schilddrüse.
Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der Schilddrüsenfunktion, kann aber eine medikamentöse Therapie (L-Thyroxin) nicht ersetzen.
Die Schilddrüse produziert zwei aktive Hormone:
Die Konversion T4 → T3 erfolgt in Leber, Niere, Muskel und Gehirn durch die Deiodinasen (D1, D2, D3). Diese Konversion ist Selen-abhängig.
Die Schilddrüsenfunktion wird über die HPT-Achse reguliert:
TSH ist der sensitivste Marker für die Schilddrüsenfunktion:
Jod ist unersetzlich für die Synthese von T3 und T4:
Selen ist essenziell für die Schilddrüsenfunktion:
Klinische Evidenz:
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Bestimmte Lebensmittel enthalten Goitrogene, die die Jodaufnahme oder TPO-Aktivität hemmen:
Wichtig: Goitrogene sind nur bei bestehendem Jodmangel oder sehr hoher Aufnahme roh relevant. Kochen deaktiviert 80-90% der Goitrogene.
Für Hashimoto-Patienten gibt es keine einheitliche „Schilddrüsen-Diät", aber einige Empfehlungen haben wissenschaftliche Basis:
Empfohlen:
Meiden/Einschränken:
Nein, eine manifeste Hypothyreose kann nicht durch Ernährung allein geheilt werden. Aber die Ernährung kann die Schilddrüsenfunktion unterstützen, die T4-zu-T3-Konversion optimieren und bei Hashimoto die Autoimmunreaktion modulieren.
Selen (100-200 μg/Tag) hat die stärkste Evidenz für die Unterstützung der Schilddrüsenfunktion, besonders bei Hashimoto. Danach: Vitamin D und Zink.
Eine glutenfreie Ernährung wird von vielen Hashimoto-Patienten berichtet als hilfreich. Eine systematische Übersichtsarbeit im Journal of the American College of Nutrition (2019) fand eine erhöhte Prävalenz von Zöliakie bei Hashimoto-Patienten. Ein 3-monatiger glutenfreier Versuch kann sinnvoll sein.
Mit Vorsicht. Algen sind extrem jodreich (bis zu 2.000 μg/g). Bei Jodmangel-bedingter Hypothyreose können sie helfen. Bei Hashimoto kann zu viel Jod jedoch die Autoimmunreaktion verstärken. Vor der Einnahme den Jodstatus bestimmen lassen.
Jährlich ab 35 Jahren (Vorsorge). Bei Symptomen (Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme, Haarausfall, Verstopfung): Sofort. Bei bekannter Hypothyreose: Alle 6-12 Monate (TSH, fT3, fT4, Anti-TPO).
Calcium (Milch, Supplemente), Eisen (Supplemente), Kaffee, Soja, Ballaststoffe in großen Mengen, und goitrogene Lebensmittel. L-Thyroxin immer nüchtern einnehmen und 4h Abstand zu anderen Supplementen halten.
Die Ernährung spielt eine wichtige unterstützende Rolle bei der Schilddrüsenunterfunktion. Die wichtigsten Nährstoffe: Selen (100-200 μg/Tag für T4→T3-Konversion), Jod (150-200 μg/Tag, aber Vorsicht bei Hashimoto), Zink (15-25mg/Tag) und Vitamin D (2.000-4.000 IE/Tag). Bei Hashimoto ist eine antiinflammatorische, glutenarme Ernährung empfehlenswert. Die medikamentöse Therapie mit L-Thyroxin bleibt jedoch die Basis.
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