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PFAS Chemikalien im Alltag: Die ewigen Gifte und wie du sie meidest

9 Min Lesezeit

PFAS Chemikalien im Alltag: Die ewigen Gifte und wie du sie meidest

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) werden als die „ewigen Chemikalien" bezeichnet, weil sie in der Natur praktisch nicht abbaubar sind. Sie befinden sich in Pfannen, Jacken, Verpackungen – und im Blut von fast 100 % der Weltbevölkerung [1]. Die EU plant ein weitreichendes PFAS-Verbot. Was du jetzt wissen musst.


Was sind PFAS?

PFAS umfassen über 12.000 synthetische Chemikalien, die durch Kohlenstoff-Fluor-Bindungen charakterisiert sind – eine der stärksten Bindungen in der organischen Chemie. Das macht sie:

  • Wasserabweisend
  • Fettabweisend
  • Hitzebeständig
  • Praktisch nicht abbaubar

Die bekanntesten Vertreter sind PFOA (Perfluoroctansäure, früher in Teflon) und PFOS (Perfluoroctansulfonsäure, früher in Feuerlöschschäumen) [2].


Wo PFAS im Alltag stecken

| Produkt | PFAS-Typ | Alternativen | |---------|----------|-------------| | Teflon-Pfannen | PTFE/PFOA | Gusseisen, Edelstahl | | Outdoor-Jacken (Gore-Tex) | DWR-Beschichtung | Wachsbeschichtete Jacken | | Fast-Food-Verpackungen | PFAS-Beschichtung | Frisch zubereitet | | Teppiche und Möbelstoffe | Fleckenschutz | Unbehandelte Naturfasern | | Zahnseide (PTFE) | PTFE | Nylon-Zahnseide | | Kosmetika (wasserdichte) | PFAS | PFAS-freie Formulierungen | | Feuerlöschschäume | PFOS/AFFF | Fluorfreie Schäume |


Gesundheitsrisiken

Die C8-Studie

Die umfassendste PFAS-Studie untersuchte 69.000 Menschen in der Nähe einer DuPont-Fabrik in West Virginia. Ergebnis: Nachweisbare Assoziationen mit [3]:

  • Nieren- und Hodenkrebs
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Erhöhtem Cholesterin
  • Präeklampsie
  • Colitis ulcerosa
  • Immunsystem-Suppression

Aktuelle Erkenntnisse

| Risiko | Evidenz | |--------|---------| | Krebs (Niere, Hoden) | Wahrscheinlich [4] | | Immunsystem (verminderte Impfantwort) | Stark [5] | | Schilddrüsenstörung | Moderat | | Leberschäden | Moderat | | Entwicklungsstörungen (Geburtsgewicht) | Moderat | | Herz-Kreislauf | Moderat | | Fruchtbarkeit | Moderat |

Eine aktuelle Studie im Lancet Planetary Health schätzte, dass PFAS-Exposition in Europa für bis zu 105.000 Fälle von atopischer Dermatitis, 56.000 Fällen von Hypothyreose und 60.000 Fällen von Typ-1-Diabetes bei Kindern pro Jahr mitverantwortlich sein könnte [6].


Was du tun kannst

Küchen

  • Gusseiserne oder Edelstahlpfannen statt Teflon
  • Keine PFAS-beschichteten Backformen
  • Frisch kochen statt Fast-Food-Verpackungen

Kleidung

  • PFAS-freie Outdoor-Bekleidung (viele Hersteller bieten mittlerweile Alternativen)
  • Unbehandelte Naturfasern bevorzugen

Körperpflege

  • PFAS-freie Kosmetika wählen
  • Nylon-Zahnseide statt PTFE
  • Apps zur Überprüfung nutzen

Trinkwasser

In belasteten Gebieten kann ein Aktivkohleblock- oder Umkehrosmose-Filter PFAS reduzieren [7].

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FAQ

Sind PFAS in Deutschland ein Problem?

Ja. Das Umweltbundesamt fand in 25 % der Grundwasser-Messstellen PFAS-Werte über dem EU-Grenzwert (0,1 μg/L). Besonders betroffen sind Gebiete in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen [8].

Kann man PFAS aus dem Körper ausleiten?

Teilweise. PFAS haben eine Halbwertszeit von 2–8 Jahren im Körper. Blutspenden können die PFAS-Belastung um bis zu 30 % senken [9]. Eine spezielle „Ausleitung" ist nicht möglich.

Sind PFAS-freie Pfannen wirklich sicher?

Gusseisen und Edelstahl sind bewährt sicher. Keramik-beschichtete Pfannen sind PFAS-frei, aber die Beschichtung hat eine kürzere Lebensdauer.


Quellen:

  1. Calafat AM et al. „Polyfluoroalkyl chemicals in the U.S. population." Environ Health Perspect. 2007;115(11):1596-1602.
  2. Buck RC et al. „Perfluoroalkyl and polyfluoroalkyl substances in the environment." Environ Toxicol Chem. 2011;30(2):266-272.
  3. Steenland K, Deddens JA. „The C8 Health Project." Environ Health Perspect. 2011;119(7):936-940.
  4. IARC. „Perfluorooctanoic acid (PFOA)." IARC Monographs. 2023;135.
  5. Grandjean P et al. „Serum vaccine antibody concentrations in children exposed to perfluorinated compounds." JAMA. 2012;307(4):391-397.
  6. Attina TM et al. „Exposure to per- and polyfluoroalkyl substances and health outcomes." Lancet Planet Health. 2023;7(1):e31-e42.
  7. Rahman MF et al. „Advanced treatment technologies for the removal of PFAS." J Environ Manage. 2022;315:115180.
  8. Umweltbundesamt. „PFAS in Deutschland." UBA-Position. 2023.
  9. Genuis SJ et al. „Blood elimination of PFAS following regular blood donations." J Occup Environ Med. 2021;63(10):e764-e770.

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