Aluminium in Deos und Antitranspirants ist eines der am häufigsten diskutierten Kosmetik-Themen. Die Sorge: Kann Aluminium über die Haut aufgenommen werden und Brustkrebs oder Alzheimer verursachen? Die wissenschaftliche Antwort ist differenzierter als es Social-Media-Beiträge suggerieren.
Aluminiumsalze (z. B. Aluminiumchlorohydrat) wirken als Antitranspirant, indem sie die Schweißdrüsen vorübergehend verengen und das Schwitzen reduzieren. Sie sind seit über 100 Jahren in Kosmetika im Einsatz und die wirksamste Substanz gegen starkes Schwitzen [1].
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2021 den tolerierbare wöchentliche Aufnahme (TWI) auf 1 mg Aluminium pro kg Körpergewicht pro Woche festgelegt [2].
| Quelle | Anteil | Aufnahme/Tag | |--------|--------|-------------| | Nahrung (inkl. Lebensmittelzusätze) | ~95 % | 1–10 mg | | Trinkwasser | < 1 % | < 0,1 mg | | Kosmetika (Deos) | 1–5 % | 0,01–0,5 mg | | Medikamente (Antazida) | Variabel | Bis 1000 mg |
Die dermale Aufnahme von Aluminium aus Deodorants beträgt laut einer Studie des BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) nur etwa 0,01 % der aufgetragenen Menge [3]. Eine Person, die täglich Aluminium-Deo verwendet, nimmt schätzungsweise 0,02–0,05 mg Aluminium pro Tag über die Haut auf – ein Bruchteil der Aufnahme über die Nahrung.
Aluminium wird in der äußeren oberen Brustregion (Achselhöhle) aufgetragen, wo auch der häufigste Ort für Brusttumore liegt. Es wurde spekuliert, dass Aluminium östrogene Aktivität hat und so das Tumorwachstum fördern könnte.
In-vitro-Studien zeigen, dass Aluminium in hohen Konzentrationen tatsächlich östrogene Eigenschaften haben kann [4]. Aber: Die in diesen Studien verwendeten Konzentrationen waren um ein Vielfaches höher als die tatsächliche dermale Aufnahme.
Epidemiologische Studien lieferten keine konsistente Evidenz für einen Zusammenhang:
Bewertung des BfR (2020): „Ein gesundheitliches Risiko durch die Anwendung von aluminiumhaltigen Antitranspiranten ist nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand nicht zu befürchten." [3]
Die Alzheimer-Association und die WHO kommen zu dem Schluss, dass die aktuelle Evidenz nicht ausreicht, um Aluminium als kausalen Faktor für Alzheimer zu identifizieren [7]. Alzheimer-Patienten haben zwar oft erhöhte Aluminiumspiegel im Gehirn, aber dies könnte eine Folge der Erkrankung sein, nicht ihre Ursache.
Trotz der beruhigenden Daten gibt es Personen, die aluminiumfreie Alternativen wählen sollten:
| Alternative | Wirkmechanismus | Wirksamkeit | |------------|----------------|-------------| | Backpulver (Natriumbicarbonat) | pH-Verschiebung hemmt Bakterien | Mittel | | Pottasche (Kaliumcarbonat) | pH-Verschiebung | Mittel | | Zinksalze (Ricinusöl-Zink) | Antibakteriell | Mittel | | Magnesiumhydroxid | pH-Verschiebung | Mittel | | Salbeibextrakt | Schweißdrüsen-hemmend | Niedrig-Mittel | | Kristall-Deo (Kalialaun) | Antibakterieller Film | Niedrig |
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Über die Nahrung durchschnittlich 1–10 mg/Tag. Über Deodorants nur ca. 0,02–0,05 mg/Tag. Die Nahrung ist also die mit Abstand wichtigste Quelle.
Ja. Auf beschädigter Haut (Rasur) ist die Aufnahme deutlich erhöht – Studien zeigen eine 4- bis 10-fache Steigerung [3]. Am besten abends nach dem Rasieren ein aluminiumfreies Deo verwenden.
Nein. Aluminiumhaltige Antitranspirante sind nachweislich die wirksamste Methode gegen Schwitzen. Aluminiumfreie Deos bekämpfen nur den Geruch (antibakteriell), reduzieren aber nicht die Schweißmenge.
Seit 2020 gilt in der EU eine maximale Konzentration von 6,25 % Aluminium in nicht-aerosolen Antitranspiranten und 10,60 % in Aerosol-Antitranspiranten [8].
Ja, die Bestimmung des Aluminiumspiegels im Blut ist möglich. Bei Gesunden liegt der Wert typischerweise < 1 μg/L. Erhöhte Werte finden sich bei Dialysepatienten oder beruflicher Exposition.
Quellen:
Weiterlesen auf bestofme.site:
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