Kosmetika enthalten eine Vielzahl von Inhaltsstoffen — die meisten sind sicher und gut untersucht. Aber einige sind potenziell reizend, allergen oder umstritten. Die Gründe, warum manche Inhaltsstoffe vermieden werden sollten, sind vielfältig:
Irritation und allergenes Potenzial: Manche Inhaltsstoffe reizen die Haut oder lösen allergische Reaktionen aus. Das betrifft besonders empfindliche Haut und Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Rosacea.
Hormonelle Wirkung (endokrine Disruptoren): Einige Konservierungsstoffe und UV-Filter stehen im Verdacht, das Hormonsystem zu beeinflussen.
Komedogenität: Manche Inhaltsstoffe verstopfen die Poren und können Akne verschlimmern.
Umweltbedenken: Einige UV-Filter und Mikroplastik belasten die Umwelt.
Wichtig: Die Dosis macht das Gift. Ein problematischer Inhaltsstoff in geringer Konzentration ist nicht automatisch gefährlich. Und: Was für die eine Haut problematisch ist, kann für die andere völlig in Ordnung sein.
Natriumlaurylsulfat (SLS) und Natriumlaurethsulfat (SLES): Aggressive Tenside, die die natürlichen Lipide der Haut entfernen. Führen zu Trockenheit, Irritation und Barrierestörung. Vor allem in Reinigern und Shampoos enthalten.
Parfüm (Fragrance/Parfum): Ein Sammelbegriff für Tausende mögliche Duftstoffe. Einer der häufigsten Kontaktallergene. Auch natürliche Duftstoffe können reizen. Empfehlung: Parfümfreie Produkte wählen.
Methylisothiazolinon (MI) und MCI/MI: Konservierungsstoffe, die als Kontaktallergene des Jahres 2013 ausgezeichnet wurden. In Leave-on-Produkten in der EU inzwischen streng limitiert, aber in Rinse-off-Produkten noch vorhanden.
Formaldehydabspalter (DMDM Hydantoin, Imidazolidinyl Harnstoff, Diazolidinyl Harnstoff): Geben langsam Formaldehyd frei — ein bekanntes Kontaktallergen und im Verdacht krebserregend zu sein. In der EU in Kosmetika limitiert.
Oxybenzon (Benzophenon-3): Ein chemischer UV-Filter, der in Fruchtwasser und Muttermilch nachgewiesen wurde. Potentiell endokrin wirksam. In Hawaii und Palau verboten (Korallenschutz).
Ätherische Öle: Natürlich, aber potente Allergene. Limonen, Linalool und Citral sind die häufigsten Auslöser. Bei empfindlicher Haut und Kindern meiden.
Alkohol (SD Alcohol, Ethanol): Trocknet aus und reizt. Nicht zu verwechseln mit Cetylalkohol und Stearylalkohol — das sind Fettalkohole und unbedenklich.
Retinol und Retinoide: In der Schwangerschaft meiden (teratogenes Potenzial). Bei empfindlicher Haut langsam einschleichen.
Aluminiumsalze: In Antitranspirantien. Die Krebs-Debatte ist wissenschaftlich nicht belegt, aber die Diskussion geht weiter. Wer auf Nummer sicher geht: aluminiumfrei.
Triclosan: Ein antibakterieller Wirkstoff, der hormonell wirken kann. In der EU in Kosmetika streng limitiert.
Die INCI-Liste (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) listet alle Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge ihrer Konzentration. Die ersten 5-6 Inhaltsstoffe machen den Hauptteil des Produkts aus. Alles unter 1% kann in beliebiger Reihenfolge stehen.
Tipps: Die ersten Positionen am wichtigsten beachten. Problematische Inhaltsstoffe weit hinten in der Liste sind in geringerer Konzentration und weniger relevant. Apps wie INCI Beauty oder CodeCheck können beim Entschlüsseln helfen — aber sie sind nicht immer zu 100% zuverlässig.
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SLS, Parfüm, bestimmte Konservierungsstoffe und Oxybenzon sind die wichtigsten Inhaltsstoffe, die man meiden sollte. Die INCI-Liste lesen lernen und parfümfreie Produkte bevorzugen sind die einfachsten Schritte zu einer gesünderen Hautpflege.
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