Bei Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) produziert die Schilddrüse zu viele Hormone. Der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren – mit Folgen wie Gewichtsverlust, Herzrasen und Unruhe. Die Ernährung kann die medikamentöse Behandlung unterstützen und bestimmte Trigger vermeiden.
| Ursache | Häufigkeit | |---------|-----------| | Morbus Basedow (autoimmun) | ~70% | | Autonomes Adenom („heißer Knoten") | ~20% | | Thyreoiditis (Entzündung) | ~5% | | Medikamenten-induziert | ~3% | | Andere | ~2% |
Gewichtsverlust trotz gesteigertem Appetit, Herzrasen, Zittern, Schwitzen, Unruhe, Schlafstörungen, Durchfall, warme Haut, Haarausfall.
Die wichtigste diätetische Maßnahme. Jod ist der Rohstoff für Schilddrüsenhormone. Bei Hyperthyreose bedeutet mehr Jod = mehr Hormonproduktion.
Meiden:
Erlaubt:
Hyperthyreose erhöht den Grundumsatz um 20–60%. Ein Kaloriendefizit ist häufig und kann zu Muskelabbau führen.
Empfehlung:
Hyperthyreose beschleunigt den Knochenabbau (Osteopenie/Osteoporose). Die Studie by Kumeda et al. (2004, Thyroid) zeigte: Hyperthyreose-Patienten haben ein 2–3× höheres Osteoporose-Risiko.
Empfehlung:
Der erhöhte Stoffwechsel verbraucht mehr B-Vitamine, besonders B1 (Thiamin) und B12. Eine Studie by Colleran et al. (2003) zeigte häufige B-Vitamin-Defizite bei Hyperthyreose.
Koffein verschärft die sympathische Überaktivierung (Herzrasen, Zittern, Unruhe). Auf Kaffee, schwarzen Tee, Energy Drinks und Cola verzichten oder stark reduzieren.
Alkohol stört den Stoffwechsel weiter und kann die Leber belasten, die bei Hyperthyreose ohnehin erhöht arbeitet (Leberwerte sind oft leicht erhöht).
Bei Hyperthyreose-induziertem Durchfall können sehr ballaststoffreiche Mahlzeiten die Diarrhö verschärfen. Bei Normalisierung der Schilddrüsenfunktion kann die Ballaststoffzufuhr schrittweise erhöht werden.
Nach erfolgreicher Behandlung der Hyperthyreose (Medikamente, Radiojod, Operation) kommt es häufig zu einer Gewichtszunahme:
Siehe: Schilddrüse und Gewicht
Meeresfisch: Nein, wegen des Jodgehalts. Süßwasserfisch: Ja, in Ordnung. Nach Normalisierung der Schilddrüsenfunktion kann Seefisch wieder in Maßen genossen werden.
Nicht zwingend, aber ein Versuch kann sinnvoll sein. Bei Morbus Basedow (autoimmun) kann eine glutenfreie Ernährung die Autoimmunreaktion moderat reduzieren – ähnlich wie bei Hashimoto.
Die jodarme Ernährung reduziert nicht sofort die Hormonproduktion, aber sie verhindert eine weitere Verschärfung. In Kombination mit den verordneten Thyreostatika (z.B. Thiamazol) unterstützt sie die Normalisierung der Werte innerhalb von 4–8 Wochen.
Nein. Die medikamentöse Behandlung (Thyreostatika) ist unverzichtbar. Die Ernährung ist eine unterstützende Maßnahme, die die medikamentöse Therapie ergänzt.
Nur moderat. Kein intensives Ausdauertraining oder Krafttraining, solange die Schilddrüsenwerte nicht normalisiert sind. Gefahr: Belastungsinduzierte Herzrhythmusstörungen. Nach Normalisierung: Vollbelastung möglich.
Die wichtigste Ernährungsmaßnahme bei Hyperthyreose ist die jodarme Diät – kein Jodsalz, kein Seefisch, keine Algen. Gleichzeitig sollten Kalorien und Protein ausreichend hoch sein, um dem beschleunigten Stoffwechsel gerecht zu werden. Calcium und Vitamin D schützen die Knochen. Die Ernährung ersetzt nicht die medikamentöse Behandlung, kann sie aber wirksam unterstützen.
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