Hausstaubmilben (Dermatophagoides pteronyssinus und D. farinae) sind die häufigste Innenraum-Allergenquelle weltweit. Während die meisten Menschen an Niesen, laufende Nase und Asthma denken, ist die Hautbeteiligung deutlich unterdiagnostiziert. Studien zeigen: Bis zu 40% der Patienten mit atopischer Dermatitis haben eine Milben-Sensibilisierung.
Hausstaubmilben produzieren Proteine (v. a. Der p 1, Der p 2, Der f 1), die starke Allergene sind. Diese Proteine haben eine enzymatische Aktivität:
Die Proteasen der Milben-Allergene zerstören die Hautbarriere direkt:
Bei sensibilisierten Personen entsteht ein Teufelskreis:
Allergen-Kontakt → Barriere-Disruption → Entzündung → Kratzen → Weitere Barriereschädigung → Mehr Allergen-Penetration
Die häufigste Hautmanifestation:
Evidenz: Eine Metaanalyse (2022) zeigt, dass Milbensensibilisierung das Risiko für atopische Dermatitis um den Faktor 2,8 erhöht.
Ziel: Die geschädigte Hautbarriere wiederherstellen.
Personen mit Milbenallergie können auf folgende Lebensmittel reagieren (orales Allergiesyndrom):
Ja. Etwa 15% der Patienten mit milbenassoziierter Hautbeteiligung haben KEINE Atemwegssymptome. Die Diagnostik wird dann oft verzögert.
Ja, eingeschränkt. Die sublinguale Immuntherapie (SLIT) und subkutane Immuntherapie (SCIT) zeigen bei milbenassoziierter atopischer Dermatitis Verbesserungen in 50-70% der Fälle.
Nein. Hausstaubmilben leben in Matratzen, Teppichen und Polstern. Sie parasitieren nicht auf der Haut (im Gegensatz zu Haarbalgmilben, Demodex).
Bei konsequenter Milbenreduktion (Encasing + Waschen + Luftfeuchtigkeit) zeigen sich meist nach 4-8 Wochen messbare Verbesserungen.
Die Sensibilisierung bleibt ein Leben lang. Aber durch Milbenreduktion, Barriererepair und ggf. Immuntherapie können die Symptome kontrolliert werden.
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