Gürtelrose (Herpes Zoster) wird durch die Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus (VZV) ausgelöst – demselben Virus, das Windpocken verursacht. Etwa 30 % der Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens an Gürtelrose [1]. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln und desto geringer ist das Risiko für bleibende Nervenschmerzen.
Jeder, der Windpocken hatte, trägt das VZV in sich. Das Virus „schläft" in den Spinalganglien (Nervenwurzeln) und kann reaktiviert werden durch:
⚠️ Die wichtigsten Vorwarnzeichen:
Diese Phase wird oft mit Muskelverspannung, Herzproblemen oder Nierenschmerzen verwechselt – je nach betroffenem Dermatom.
| Dermatom | Häufigkeit | Besonderheit | |----------|-----------|-------------| | Thorax (Brust/Rücken) | 50–60 % | Gürtelform | | Zervikal (Nacken/Kopf) | 10–20 % | | | Lumbal (Lenden) | 10–15 % | | | Trigeminus (Gesicht) | 10–15 % | ⚠️ Augerbeteiligung möglich (Zoster ophthalmicus) | | Sakral | 2–5 % | Blasenentleerungsstörungen möglich |
⚠️ Zoster ophthalmicus: Beteiligung des Auges kann zur Erblindung führen. Sofortige Vorstellung beim Augenarzt! [3]
| Medikament | Dosierung | Dauer | |-----------|----------|-------| | Valaciclovir | 1000 mg 3x/Tag | 7 Tage | | Famciclovir | 500 mg 3x/Tag | 7 Tage | | Aciclovir (i.v.) | 5–10 mg/kg 3x/Tag | 7–10 Tage |
Zeitfenster: Antivirale Therapie ist am wirksamsten, wenn sie innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten des Ausschlags begonnen wird [4]. Sie reduziert:
Die gefürchtetste Komplikation: Dauerschmerzen im betroffenen Dermatom, die Monate bis Jahre anhalten können.
Die STIKO empfiehlt die Zoster-Impfung für:
Impfstoff: Shingrix (rekombinant, inaktiviert)
Teilweise. Man kann sich nicht direkt mit Gürtelrose anstecken. Aber die Bläschen-Flüssigkeit enthält VZV – wer noch keine Windpocken hatte, kann sich über Kontakt mit dem Ausschlag mit Windpocken infizieren.
Innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten des Ausschlags. Je früher die antivirale Therapie beginnt, desto besser. Bei Verdacht auf Augenbeteiligung oder Gesichtsbeteiligung: sofort zum Arzt.
Ja. Etwa 6 % der Patienten erleiden ein Rezidiv. Das Risiko ist höher bei Immunsupprimierten und bei Personen, die den Ausschlag an mehreren Dermatomen hatten [8].
Bei unkompliziertem Verlauf ja (sofern die Schmerzen es erlauben und kein Kontakt zu Risikopersonen besteht). Bei Bläschen im Gesichtsbereich oder Kontakt zu Schwangeren/Immunsupprimierten: Krankschreibung empfohlen.
Quellen:
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