DHEA (Dehydroepiandrosteron) wird oft als Jungbrunnen-Hormon vermarktet. Tatsächlich ist es das häufigste Steroidhormon im menschlichen Körper und die Vorstufe von Testosteron und Östrogen. Ab dem 25. Lebensjahr sinkt die Produktion um ca. 2 % pro Jahr – mit 70 hat man nur noch ca. 20 % des Jugendspiegels.
DHEA wird in den Nebennieren produziert und fungiert als:
Eine Metaanalyse (Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2018) zeigte: DHEA (50 mg/Tag) über 12 Monate erhöhte die Knochendichte bei Frauen > 60 signifikant (BMD +1,5–2,0 %).
Eine Doppelblindstudie (Journal of Investigative Dermatology, 2017) mit 280 Frauen (50–65): Topisches DHEA (2 % Crème) verbesserte die Hautdicke, Feuchtigkeit und reduzierte Pigmentflecken signifikant nach 4 Monaten.
Gemischte Ergebnisse. Eine Studie (JAMA, 2018) mit 175 älteren Erwachsenen fand keine signifikante Verbesserung der kognitiven Funktion unter DHEA (50 mg/Tag) über 2 Jahre.
Bei Frauen mit Nebenniereninsuffizienz: DHEA (50 mg/Tag) verbesserte Libido und sexuelle Befriedigung signifikant (Journal of Clinical Endocrinology, 2018). Bei gesunden Erwachsenen: weniger konsistente Ergebnisse.
Eine Metaanalyse (Psychoneuroendocrinology, 2019) fand einen kleinen, aber signifikanten antidepressiven Effekt von DHEA bei midlife-depression.
Enttäuschend: Eine Metaanalyse (Journal of Gerontology, 2018) zeigte keine signifikante Verbesserung der Muskelkraft oder -masse bei gesunden älteren Erwachsenen unter DHEA.
| Ziel | Dosis | Dauer | |------|-------|-------| | Anti-Aging (allgemein) | 25–50 mg/Tag | Langfristig | | Knochengesundheit | 50 mg/Tag | 12+ Monate | | Libido (Frauen) | 25–50 mg/Tag | 4–6 Monate | | Nebenniereninsuffizienz | 25–50 mg/Tag | Langfristig |
⚠️ Wichtig: Vor Einnahme DHEA-S, Testosteron, Östradiol messen! Nicht bei hormonabhängigen Tumoren.
Nein. Die Evidenz für Anti-Aging-Effekte ist moderat. Am besten belegt: Knochengesundheit und Hautalterung. Für Muskelkraft und Kognition reicht die Evidenz nicht.
Die meisten Studien wurden mit Personen > 50 Jahre durchgeführt. Jüngere profitieren in der Regel nicht (weil ihre Spiegel noch normal sind).
In Deutschland: Rezeptfrei als Nahrungsergänzungsmittel (bis 25 mg). Höhere Dosen verschreibungspflichtig.
Akne, Haarausfall (bei Frauen mit genetischer Prädisposition), Gesichtsbehaarung, Stimmungsveränderungen. Bei Überdosierung: Herzrasen, Bluthochdruck.
DHEA ist kein Jungbrunnen, aber es hat moderate wissenschaftlich belegte Vorteile – insbesondere für Knochengesundheit, Hautalterung und sexuelle Funktion bei Mangel. Die Anti-Aging-Erwartungen wurden von der Forschung nicht vollständig bestätigt. Vor Einnahme: Hormonstatus messen, ärztlich beraten lassen.
Weiterführende Artikel:
Anzeige 1
Cortisol Stresshormon senken – die effektivsten wissenschaftlich belegten Methoden von Ernährung über Supplements bis zu Lifestyle-Interventionen.
Schilddrüsenhormone einstellen – wie Hypothyreose und Hyperthyreose behandelt werden, welche Werte wichtig sind und wie du dein Schilddrüsenhormon optimierst.
Melatonin Schlafhormon Produktion – wie du die körpereigene Melatoninproduktion steigern kannst und was Supplements bringen.
Prolaktin erhöht – welche Ursachen es hat, Symptome, Diagnostik und Behandlung. Der wissenschaftliche Guide.
Östrogen-Dominanz erkennen – die wichtigsten Symptome, wie sie entsteht und was du wissenschaftlich fundiert dagegen tun kannst.
Testosteron zu niedrig bei Frauen – warum das Maennerhormon auch für Frauen essenziell ist, Symptome eines Mangels und was die Wissenschaft empfiehlt.
Unsere Analysen basieren auf Fakten. Finden Sie heraus, was wirklich in Ihren Produkten steckt.