Homocystein ist eine Aminosäure, die als Zwischenprodukt im Methionin-Stoffwechsel entsteht. In den letzten 30 Jahren hat sich Homocystein als unabhängiger Risikomarker für Herz-Kreislauf-Erkrankungen etabliert. Erhöhte Werte korrelieren mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Demenz.
Die gute Nachricht: Homocystein lässt sich effektiv senken – in den meisten Fällen durch eine gezielte Supplementierung von B-Vitaminen.
Homocystein entsteht beim Abbau von Methionin (einer essentiellen Aminosäure) zu Cystein. Für diesen Abbau werden drei B-Vitamine benötigt:
Ein Mangel an einem dieser Vitamine führt zur Anhäufung von Homocystein im Blut.
| Status | Homocystein (µmol/l) | |---|---| | Optimal | < 10 | | Leicht erhöht | 10–15 | | Mäßig erhöht | 15–30 | | Stark erhöht | 30–100 | | Sehr stark erhöht | > 100 |
Empfehlung: Der optimale Zielwert liegt bei < 10 µmol/l, idealerweise < 8 µmol/l.
In einer Meta-Analyse von Homocysteine Studies Collaboration (2002, BMJ) war jede Erhöhung des Homocysteins um 5 µmol/l assoziiert mit:
Die effektivste Methode:
In einer Cochrane-Analyse von Martí-Carvajal et al. (2013) senkte die Kombination aus Folsäure, B12 und B6 den Homocysteinspiegel um durchschnittlich 25–30%.
Die Datenlage ist gemischt. Die Senkung des Homocysteinspiegels gelingt zuverlässig, aber die klinischen Endpunktstudien zeigen keine eindeutige Reduktion von Herzinfarkten. Mögliche Erklärung: Homocystein ist ein Marker, nicht die Ursache. Die Senkung des Werts allein reicht möglicherweise nicht – die zugrunde liegende Ursache muss adressiert werden.
In der Regel innerhalb von 4–8 Wochen um 25–30%. Kontrollmessung nach 3 Monaten empfohlen.
Bei leicht erhöhten Werten (10–15 µmol/l) ja. Bei deutlich erhöhten Werten reicht die Ernährung allein meist nicht aus.
Etwa 10–15% der europäischen Bevölkerung tragen eine Mutation im MTHFR-Gen, die die Umwandlung von Folsäure in die aktive Form (5-MTHF) beeinträchtigt. Betroffene sollten 5-MTHF statt gewöhnlicher Folsäure supplementieren.
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Homocystein ist ein wichtiger, oft übersehener Risikomarker. Die Senkung ist in den meisten Fällen durch eine gezielte B-Vitamin-Supplementierung (Folsäure, B12, B6) gut möglich. Ob die Senkung allein das Herz-Kreislauf-Risiko reduziert, ist noch nicht abschließend geklärt – aber ein optimaler Homocysteinspiegel (< 10 µmol/l) ist auf jeden Fall erstrebenswert.
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