22. Juli 2026 · 11 Min Lesezeit · Kategorie: Gesundheit
Vitamin D Mangel im Sommer: Warum auch Sonnenstunden nicht ausreichen
Die Sonne scheint, die Temperaturen klettern über 25 Grad, und du verbringst jede freie Minute draußen. Da kann man doch eigentlich keinen Vitamin-D-Mangel haben, oder? Falsch. Die Realität sieht anders aus: Etwa 30 bis 40 Prozent der Deutschen haben auch im Hochsommer unzureichende Vitamin-D-Spiegel — und viele wissen nichts davon. Vitamin D, oft als "Sonnenvitamin" bezeichnet, ist essenziell für Knochen, Immunsystem, Muskelfunktion und sogar Stimmung. Doch die Annahme, Sommer sunshine allein reiche aus, ist einer der gefährlichsten Gesundheitsmythen unserer Zeit.
In diesem Artikel erfährst du, warum so viele Menschen auch im Sommer einen Vitamin-D-Mangel entwickeln, welche Faktoren die körpereigene Produktion blockieren, welche Symptome dich warnen sollten und welche Supplements helfen können, deinen Spiegel ganzjährig im optimalen Bereich zu halten. Wir betrachten die wissenschaftliche Datenlage und geben konkrete Empfehlungen für Produkte, die du direkt anwenden kannst.
Warum so viele Deutsche auch im Sommer Vitamin-D-Mangel haben
Deutschland liegt zwischen dem 47. und 55. Breitengrad — und das ist geografisch ein Problem für die Vitamin-D-Produktion. In den Wintermonaten (Oktober bis März) ist die UV-B-Strahlung in unseren Breiten so schwach, dass die Haut praktisch kein Vitamin D mehr synthetisieren kann. Aber selbst im Sommer gibt es eine Reihe von Faktoren, die eine ausreichende Produktion verhindern.
Der wichtigste Faktor ist unser Lebensstil. Die überwiegende Mehrheit der Deutschen verbringt die Stunden zwischen 11:00 und 15:00 Uhr — also genau dann, wenn die UV-B-Strahlung am stärksten ist — am Schreibtisch, im Büro oder in geschlossenen Räumen. Wer um 17:00 Uhr nach draußen geht und eine Stunde spazieren geht, bekommt zwar Sonne auf die Haut, aber die UV-B-Intensität ist bereits stark abgefallen. Studien des Robert Koch-Instituts zeigen, dass Büroangestellte im Durchschnitt nur 20 bis 30 Minuten pro Tag dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sind — und das meistens mit bedeckten Armen und Beinen.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die zunehmende Nutzung von Sonnencreme. Das ist medizinisch absolut richtig, um Hautkrebs und vorzeitige Hautalterung zu verhindern — aber Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 15 blockiert etwa 95 Prozent der UV-B-Strahlung und damit fast die gesamte Vitamin-D-Produktion. Die Gesellschaft empfiehlt, sich kurze Zeit ungeschützt in der Sonne aufzuhalten, bevor man Sonnenschutz aufträgt. Doch wer macht das schon bewusst? Meistens wird die Sonnencreme großzügig aufgetragen, bevor man überhaupt das Haus verlässt.
Auch der Hauttyp spielt eine wesentliche Rolle. Menschen mit dunklerer Haut haben mehr Melanin in der Oberhaut, das wie ein natürlicher Lichtschutzfaktor wirkt. Während Menschen mit Hauttyp I (sehr helle Haut, oft Sommersprossen) bereits nach 10 bis 15 Minuten Sonnenexposition nennenswerte Mengen Vitamin D produzieren, brauchen Menschen mit Hauttyp IV bis VI (mittelbraun bis dunkle Haut) das Drei- bis Zehnfache an Sonnenzeit, um die gleiche Menge zu synthetisieren. In Deutschland bedeutet das für Menschen mit dunklerem Hauttyp, dass sie selbst im Hochsommer große Schwierigkeiten haben, ausreichend Vitamin D aufzubauen.
Das Alter ist ein weiterer Faktor: Ab dem 50. Lebensjahr nimmt die Fähigkeit der Haut, Vitamin D zu synthetisieren, kontinuierlich ab. Eine 70-jährige Person produziert bei gleicher Sonnenexposition nur noch etwa 25 Prozent der Vitamin-D-Menge einer 20-jährigen. Übergewicht ist ebenfalls ein Risikofaktor, da Vitamin D fettlöslich ist und im Fettgewebe "gefangen" wird, wodurch es weniger im Blut verfügbar ist.
Symptome eines Vitamin-D-Mangels
Ein Vitamin-D-Mangel äußert sich subtil und schleichend. Die Symptome sind unspezifisch und werden häufig anderen Ursachen zugeschrieben — was dazu führt, dass der Mangel oft über Jahre unentdeckt bleibt. Dennoch gibt es eine Reihe von Warnsignalen, die du ernst nehmen solltest.
Häufige körperliche Symptome
Chronische Erschöpfung und Müdigkeit: Dies ist das häufigste Symptom. Vitamin D ist an der Energieproduktion der Zellen beteiligt. Ein Mangel führt zu einer spürbaren Abnahme der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Wenn du regelmäßig 8 Stunden schläfst und dich trotzdem ständig erschöpft fühlst, könnte ein Vitamin-D-Mangel die Ursache sein.
Muskelschwäche und -schmerzen: Vitamin D ist essenziell für die Muskelfunktion. Ein Mangel äußert sich oft durch eine allgemeine Schwäche, besonders in den Oberschenkeln und Oberarmen, sowie durch Muskelschmerzen, die häufig als Muskelkater abgetan werden. Auch nächtliche Wadenkrämpfe können ein Indiz sein.
Knochenschmerzen: Vitamin D ermöglicht die Calciumaufnahme im Darm. Ohne ausreichend Vitamin D werden die Knochen entkalkt — was sich als dumpfer Schmerz im Bereich der Rippen, des Brustbeins und der Schienbeine äußern kann. Bei langfristigem, schwerem Mangel kann es zu Osteomalazie (Knochenerweichung) kommen.
Häufige Infekte: Vitamin D ist ein zentraler Regulator des Immunsystems. Es aktiviert antimikrobiielle Peptide wie Cathelicidin, die Bakterien und Viren direkt abtöten. Studien zeigen, dass Menschen mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel drei- bis viermal häufiger an Atemwegsinfekten erkranken als Menschen mit optimalem Spiegel.
Psychische und neurologische Symptome
Depressive Verstimmungen:Es ist kein Zufall, dass Vitamin D auch als "Sonnenhormon" bezeichnet wird. Es beeinflusst die Serotoninproduktion im Gehirn und damit unsere Stimmung. Multiple Studien haben einen Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und depressiven Symptomen gezeigt. Besonders Winterdepressionen (SAD — Seasonal Affective Disorder) hängen eng mit Vitamin-D-Mangel zusammen.
Schlafstörungen: Vitamin D-Rezeptoren finden sich auch in den Hirnregionen, die den Schlaf-Wach-Rhythmus regulieren. Ein Mangel kann zu Einschlafschwierigkeiten, häufigem Aufwachen und nicht erholsamem Schlaf führen.
Haarausfall: Wenn der Vitamin-D-Spiegel über längere Zeit sehr niedrig ist, kann dies zu diffusem Haarausfall führen. Vitamin D spielt eine Rolle im Haarzyklus und im Haarfollikelwachstum. Bei unerklärlichem Haarausfall sollte der Vitamin-D-Wert immer mitgeprüft werden.
Wenn du eines oder mehrere dieser Symptome bei dir bemerkst, solltest du deinen Vitamin-D-Spiegel ärztlich überprüfen lassen. Ein Bluttest ist schnell gemacht und gibt dir Gewissheit.
Sonnencreme vs. Vitamin-D-Synthese: Das Dilemma
Hier stehen wir vor einem echten Dilemma: Sonnencreme ist wichtig zum Schutz vor Hautkrebs und vorzeitiger Hautalterung — aber sie blockiert fast vollständig die Vitamin-D-Produktion. Wie lassen sich diese beiden Bedürfnisse unter einen Hut bringen?
Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor (LSF) von 15 filtert bereits etwa 93 Prozent der UV-B-Strahlung heraus. LSF 30 filtert 97 Prozent, und LSF 50 filtert 98 Prozent. Da UV-B-Strahlung der Auslöser für die Vitamin-D-Synthese in der Haut ist, bedeutet das: Wer sich konsequent einschmiert, produziert praktisch kein Vitamin D mehr über die Haut.
Die Lösung ist kein "Entweder-oder", sondern ein klares Zeitmanagement. Dermatologen und Ernährungsexperten empfehlen folgende Strategie: Verbringe die ersten 15 bis 25 Minuten (je nach Hauttyp) draußen in der Sonne ohne Sonnenschutz — idealerweise zwischen 11:00 und 15:00 Uhr, wenn der UV-B-Anteil am höchsten ist. Trage anschließend großzügig Sonnencreme auf und bleibe weiteren Sonnenschutz-Maßnahmen treu (Hut, Sonnenbrille, Schattenplätze). Auf diese Weise kannst du deinen Vitamin-D-Haushalt unterstützen, ohne dein Hautkrebsrisiko zu erhöhen.
Wichtig: Diese Empfehlung gilt nicht für Menschen mit extrem hellem Hauttyp (Hauttyp I), die sehr schnell Sonnenbrand bekommen, sowie für Kinder, deren Haut besonders empfindlich ist. Diese Gruppen sollten sich immer konsequent sonnenschützen und Vitamin D stattdessen über die Ernährung und Supplemente decken.
Wie viel Sonne wirklich nötig ist
Die gute Nachricht: Du musst nicht den ganzen Tag am Strand liegen, um genug Vitamin D zu produzieren. Die benötigte Sonnenzeit hängt von mehreren Faktoren ab, aber als Faustregel gilt: Im deutschen Sommer reichen 15 bis 30 Minuten Sonnenexposition von Gesicht, Armen und Beinen (etwa ein Viertel der Körperoberfläche), zwei bis dreimal pro Woche, aus, um eine ausreichende Vitamin-D-Produktion anzuregen.
Die genaue Dauer hängt von folgenden Faktoren ab:
- Hauttyp: Sehr helle Haut (Typ I) benötigt nur 10–15 Minuten; mittelbraune Haut (Typ IV) braucht 30–60 Minuten; dunkle Haut (Typ V–VI) kann 1–2 Stunden oder mehr benötigen.
- Tageszeit: Zwischen 11:00 und 15:00 Uhr ist die UV-B-Strahlung am stärksten. Außerhalb dieses Zeitfensters verlängert sich die benötige Expositionszeit erheblich.
- Jahreszeit: In Deutschland ist die Vitamin-D- Produktion im Wesentlichen auf April bis September begrenzt. Im Winterhalbjahr ist die UV-B-Strahlung auch zur Mittagszeit zu schwach.
- Bewölkung und Luftverschmutzung: Wolken reduzieren die UV-B-Intensität um 50–90 %, Smog und Feinstaub ebenfalls.
- Alter: Ab 50 Jahren verdoppelt sich die benötigte Sonnenzeit etwa, da die Vitamin-D-Synthese-Kapazität der Haut sinkt.
Ein interessanter Fakt: Dein Körper hat einen eingebauten Schutzmechanismus. Sobald du ausreichend Vitamin D produziert hast, schaltet die Synthese ab — du kannst also nicht "zu viel" Vitamin D durch Sonne bekommen. Überschüssiges Vitamin D wird in der Haut abgebaut, bevor es toxisch werden kann. Dieser Mechanismus funktioniert bei Supplementen nicht — hier ist eine Überdosierung theoretisch möglich, wenn auch in der Praxis extrem unwahrscheinlich bei normalen Dosen.
Produktvergleich: Die besten Vitamin-D3-Supplements
Wenn die Sonne allein nicht ausreicht, sind Vitamin-D3-Supplements die sicherste und effektivste Lösung. Wir haben die beliebtesten Präparate auf dem deutschen Markt verglichen. Achte beim Kauf auf die Kombination mit Vitamin K2 und auf Öl-basierte Präparate, da Vitamin D fettlöslich ist und in Öl besser absorbiert wird.
| Produkt | Dosis pro Kapsel | Besonderheit | Preis (ca.) | Link |
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Unser Tipp: Wenn du unsicher bist, welche Dosis für dich richtig ist, beginne mit 1.000 bis 2.000 IE pro Tag und lasse nach 3 Monaten deinen Blutwert kontrollieren. So siehst du, ob die Dosis ausreicht oder angepasst werden muss.
Lebensmittel mit Vitamin D: Was wirklich hilft
Die ernährungsbedingte Vitamin-D-Zufuhr deckt beim Durchschnitts- deutschen nur etwa 2 bis 4 Prozent des Tagesbedarfs. Das liegt daran, dass nur sehr wenige Lebensmittel nennenswerte Mengen an Vitamin D enthalten. Die folgenden Lebensmittel sind die besten natürlichen Quellen:
- Fetter Fisch: Hering (ca. 25–30 µg pro 100 g), Lachs (ca. 16 µg/100 g), Aal (ca. 25 µg/100 g), Makrele (ca. 4 µg/100 g) und Sardinen (ca. 5 µg/100 g). Wer zweimal pro Woche fetten Fisch isst, kann einen relevanten Beitrag zur Vitamin-D-Versorgung leisten.
- Lebertran: Der Klassiker aus Omas Zeiten — und tatsächlich eine der potentesten Vitamin-D-Quellen überhaupt. Ein Teelöffel Lebertran enthält etwa 10–15 µg (400–600 IE) Vitamin D.
- Eigelb: Ein Ei enthält etwa 1–2 µg Vitamin D. Bei einem täglichen Ei kämen etwa 10–14 µg pro Woche zusammen — nicht viel, aber ein Beitrag.
- Pilze (mit UV-Licht gezüchtet):Manche Pilze, insbesondere Champignons und Shiitake, können Vitamin D2 bilden, wenn sie mit UV-Licht bestrahlt wurden. In Deutschland gibt es zunehmend "Vitamin-D-Pilze" im Handel.
- Angereicherte Lebensmittel: In Deutschland werden einige Margarinen, Säfte und Müslis mit Vitamin D angereichert. Achte auf die Kennzeichnung auf der Verpackung.
Die Realität ist jedoch: Selbst wer sich extrem vitamin-D-reich ernährt, wird über die Ernährung kaum mehr als 10 bis 15 Prozent des Bedarfs decken. Die effektivste Lösung bleibt in unseren Breiten eine Kombination aus sinnvoller Sonnenexposition und Supplementierung.
Wer besonders gefährdet ist
Bestimmte Bevölkerungsgruppen haben ein signifikant erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel — und das gilt ganzjährig, nicht nur im Winter. Wenn du einer oder mehreren der folgenden Gruppen angehörst, solltest du deinen Vitamin-D-Spiegel regelmäßig kontrollieren lassen und gegebenenfalls dauerhaft supplementieren.
Senioren und ältere Menschen
Mit zunehmendem Alter verliert die Haut ihre Fähigkeit, Vitamin D aus UV-B-Strahlung zu synthetisieren. Ab 65 Jahren produziert die Haut bei gleicher Sonnenexposition nur noch etwa 25 Prozent der Menge eines jungen Erwachsenen. Gleichzeitig sind ältere Menschen häufiger in Innenräumen und haben eine geringere Nahrungsaufnahme. Das RKI weist darauf hin, dass über 60 Prozent der über 65-Jährigen in Deutschland einen unzureichenden Vitamin-D-Spiegel aufweisen.
Menschen mit dunkler Hautfarbe
Der höhere Melaningehalt dunklerer Haut wirkt wie ein natürlicher Sonnenschutzfaktor — was in sonnenreichen Ländern sinnvoll ist, in Deutschland jedoch zum Problem wird. Menschen mit Hauttyp IV bis VI benötigen in unseren Breiten selbst im Hochsommer ein Vielfaches an Sonnenzeit, um ausreichend Vitamin D zu produzieren. Studien zeigen, dass Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland bis zu dreimal häufiger von Vitamin-D-Mangel betroffen sind.
Schwangere und Stillende
In der Schwangerschaft steigt der Vitamin-D-Bedarf, da das Skelett des ungeborenen Kindes mit Calcium und Vitamin D versorgt werden muss. Ein Mangel der Mutter kann zu einer verminderten Knochenmineraldichte beim Neugeborenen führen. Die DGE empfiehlt Schwangeren eine tägliche Supplementierung von 800 IE, wenn keine ausreichende Eigenproduktion stattfindet.
Säuglinge und Kleinkinder
Säuglinge sollten vom ersten Lebenstag bis zum Ende des ersten Lebensjahres 400 bis 800 IE Vitamin D täglich erhalten, da sie nicht ausreichend Sonnenlicht ausgesetzt werden sollten (zarte Kinderhaut braucht konsequenten Sonnenschutz) und die Muttermilch nur sehr wenig Vitamin D enthält. Diese Prophylaxe ist in Deutschland Standard und wird von Kinderärzten verschrieben.
Menschen mit Übergewicht
Vitamin D ist fettlöslich und wird im Fettgewebe gespeichert. Bei Menschen mit einem BMI über 30 wird ein großer Teil des produzierten oder zugeführten Vitamin D im Fettgewebe „gefangen" und steht nicht im Blutkreislauf zur Verfügung. Studien zeigen, dass adipöse Menschen bei gleicher Sonnenexposition und Supplement-Dosis etwa 50 Prozent niedrigere Vitamin-D-Blutspiegel aufweisen als normalgewichtige Personen.
Chronisch Kranke und Medikamenteneinnahmer
Bestimmte Medikamente können den Vitamin-D-Stoffwechsel beeinflussen: Kortison, einige Antiepileptika, Tuberkulostatika und Cholesterinsenker können den Vitamin-D-Bedarf erhöhen. Auch bei chronischen Magen-Darm-Erkrankungen (Zöliakie, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) ist die Aufnahme von Vitamin D aus der Nahrung gestört.
Blutwert testen lassen: Der 25-OH-Vitamin-D-Test
Wenn du vermutest, dass dein Vitamin-D-Spiegel zu niedrig sein könnte, solltest du ihn ärztlich überprüfen lassen. Der relevante Blutwert heißt 25-OH-Vitamin D (auch Calcifediol oder 25-Hydroxyvitamin-D genannt). Dieser Wert reflektiert den langfristigen Vitamin-D-Status deines Körpers und ist der zuverlässigste Indikator für eine ausreichende Versorgung.
Referenzbereiche
| Blutwert (ng/ml) | Blutwert (nmol/l) | Bewertung |
|---|---|---|
| < 20 | < 50 | Vitamin-D-Mangel — Behandlung empfohlen |
| 20–30 | 50–75 | Unterversorgung — Supplementierung sinnvoll |
| 30–50 | 75–125 | Optimaler Bereich |
| 50–100 | 125–250 | Hoher Normalbereich |
| > 100 | > 250 | Überdosierung — ärztlich abklären |
Die Kosten für die Messung werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht routinemäßig übernommen, es sei denn, es liegt ein begründeter Verdacht auf Mangel vor (z. B. Osteoporose, chronische Nierenerkrankung, Malabsorption). Ohne medizinische Indikation kostet der Test als Selbstzahlerleistung etwa 20 bis 30 Euro. Viele Labore bieten auch Direkt-Sets an, mit denen du zu Hause einen Fingerpick-Bluttropfen nehmen und einschicken kannst. Diese Home-Tests sind praktisch und kostengünstig (ca. 25–35 Euro).
Empfehlung: Lass deinen Vitamin-D-Spiegel idealerweise am Ende des Winters (Februar/März) messen — das ist der tiefste Punkt im Jahresverlauf. Liegt der Wert dann im optimalen Bereich, kannst du davon ausgehen, dass du auch im Sommer gut versorgt bist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Vitamin D im Sommer
Kann man im Sommer einen Vitamin-D-Mangel haben?
Ja, absolut. Studien zeigen, dass etwa 30–40 % der Deutschen auch im Hochsommer unzureichende Vitamin-D-Spiegel aufweisen. Ursachen sind Sonnencreme, Büroarbeit, Hauttyp, Breitengrad und Alter. Wer sich vor direkter Sonne schützt oder überwiegend drinnen arbeitet, produziert nicht genug Vitamin D, auch wenn es draußen scheint.
Wie lange muss man in der Sonne sein, um genug Vitamin D zu bilden?
Für eine ausreichende Vitamin-D-Produktion genügen im Sommer in Deutschland etwa 15–30 Minuten Sonnenexposition von Gesicht, Armen und Beinen zwischen 11:00 und 15:00 Uhr, zwei- bis dreimal pro Woche. Bei dunklerem Hauttyp oder im höheren Alter verlängert sich die benötigte Zeit.
Welche Dosis Vitamin D3 sollte man täglich supplementieren?
Die DGE empfiehlt für Erwachsene 800 IE (20 µg) täglich. Bei nachgewiesenem Mangel können Ärzte höhere Dosen (1.000–4.000 IE) verschreiben. Eine Überdosierung ist bei normalen Supplement-Dosen unwahrscheinlich.
Sollte man Vitamin D zusammen mit Vitamin K2 einnehmen?
Viele Experten empfehlen die kombinierte Einnahme von Vitamin D3 und Vitamin K2. Vitamin D3 fördert die Calcium-Aufnahme, während Vitamin K2 das Calcium in die Knochen lenkt und Ablagerungen in den Arterien verhindert. Die Kombination ist besonders für Menschen über 50 Jahre sinnvoll.
Welcher Blutwert zeigt einen Vitamin-D-Mangel an?
Der relevante Blutwert ist die 25-OH-Vitamin-D-Konzentration. Werte unter 20 ng/ml (50 nmol/l) gelten als Mangel, zwischen 20 und 30 ng/ml als unzureichend. Ein optimaler Spiegel liegt zwischen 30 und 50 ng/ml (75–125 nmol/l).
Blockiert Sonnencreme die Vitamin-D-Produktion vollständig?
Sonnencreme mit LSF 15 reduziert die Vitamin-D-Produktion um etwa 95–99 %. Die Empfehlung lautet: Die ersten 15–25 Minuten ohne Sonnencreme in der Sonne verbringen, danach konsequent Sonnenschutz auftragen, um Hautschäden zu vermeiden.
Fazit: Sommer allein reicht nicht aus
Die Annahme, im Sommer könne man keinen Vitamin-D-Mangel haben, ist ein gefährlicher Irrtum. Die Daten des Robert Koch-Instituts sind eindeutig: Auch in den sonnenreichsten Monaten haben rund ein Drittel der Deutschen unzureichende Vitamin-D-Spiegel. Die Ursachen sind vielfältig — unser vorwiegend indoor-orientierter Lebensstil, die konsequente (und richtige!) Nutzung von Sonnencreme, der nördliche Breitengrad, Hauttyp und Alter.
Die gute Nachricht: Das Problem ist einfach zu lösen. Ein Bluttest gibt dir innerhalb weniger Tage Gewissheit über deinen Status. Wenn dein Spiegel zu niedrig ist, ist die Supplementierung mit Vitamin D3 eine der einfachsten, sichersten und günstigsten Gesundheitsmaßnahmen, die du ergreifen kannst. Für weniger als 15 Euro im Quartal kannst du deinen Vitamin-D-Spiegel in den optimalen Bereich bringen — mit messbaren Effekten auf Energie, Immunfunktion, Knochengesundheit und Stimmung.
Denke auch an die Kombination mit Vitamin K2, besonders wenn du über 50 Jahre alt bist oder Osteoporose in der Familie liegt. Und nutze die Sommermonate, um durch kurze, bewusste Sonnenexposition ohne Sonnenschutz deinen körpereigenen Speicher aufzufüllen — bevor du dich danach konsequent eincremst. So kommst du gesund durch den Sommer und den nächsten Winter.
Deinen Vitamin-D-Spiegel checken lassen!
Fühlst du dich oft müde und erschöpft? Es könnte an deinem Vitamin-D-Spiegel liegen. Sprich mit deinem Hausarzt über einen 25-OH-Vitamin-D-Test oder nutze einen praktischen Vitamin-D-Home-Test für zu Hause. So weißt du innerhalb weniger Tage, ob du supplementieren solltest.