Lesedauer: 16 Minuten | Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Polyglutaminsäure: Der neue Hyaluron-Alternative Wirkstoff erklärt
Seit Jahrzehnten dominiert Hyaluronsäure die Feuchtigkeitspflege — doch 2026 ist ein neuer Star am skincare-Himmel: Polyglutaminsäure (Polyglutamic Acid, PGA). Dieses biotechnologisch hergestellte Molekül bindet bis zu 5.000-mal sein Eigengewicht an Wasser, bildet einen atmungsaktiven Schutzfilm auf der Haut und stimuliert die körpereigene Feuchtigkeitsproduktion. Ist PGA wirklich die nächste Generation der Hydratation? In diesem umfassenden Guide erklären wir dir die Wissenschaft, vergleichen PGA mit Hyaluronsäure und zeigen dir die besten Produkte auf dem Markt.
Was ist Polyglutaminsäure?
Polyglutaminsäure (PGA) ist ein biologisches Polymer, das aus zahlreichen Wiederholungseinheiten der Aminosäure L-Glutaminsäure besteht. Chemisch gesehen ist PGA ein Polypeptid — also eine Kette von Aminosäuren — und unterscheidet sich damit fundamental von Hyaluronsäure, die ein polysaccharid (Zuckerpolymer) ist. Diese unterschiedliche molekulare Architektur ist der Grund für die teils überlegenen Eigenschaften von PGA.
Hergestellt wird Polyglutaminsäure durch fermentative Biotechnologie: Das Bakterium Bacillus subtilis fermentiert Sojabohnen und produziert dabei PGA als Stoffwechselprodukt. Dieser Prozess ist seit Jahrhunderten aus der japanischen Küche bekannt — Natto, fermentierte Sojabohnen, enthält natürlicherweise PGA. In der modernen Biotechnologie wird dieser Prozess industriell optimiert, um hochreine kosmetische PGA-Qualitäten zu gewinnen.
In der Hautpflege wird PGA in Form von Sodium Polyglutamate eingesetzt, der Natrium-Salz-Form, die in Wasser hervorragend löslich ist und hautverträglich formuliert werden kann. Die INCI-Bezeichnung lautet entsprechend „Sodium Polyglutamate" und taucht zunehmend in Ingredient-Listen von K-Beauty- und Premium-Produkten auf.
Die Geschichte von PGA in der Kosmetik ist jung: Erste klinische Studien aus Japan und Südkorea (ab ca. 2015) zeigten, dass PGA die Hautfeuchtigkeit signifikant stärker erhöht als Hyaluronsäure. Seit 2020 erlebt der Wirkstoff einen wahren Boom, angetrieben durch die K-Beauty-Welle und das wachsende Interesse an evidenzbasierten Inhaltsstoffen. Mittlerweile hat PGA den Sprung von Nischenmarken in Mainstream-Produkte geschafft.
Wie Polyglutaminsäure in der Haut wirkt
Der Wirkmechanismus von PGA ist bemerkenswert vielschichtig. Anders als viele Feuchtigkeitsspender, die lediglich Wasser an der Hautoberfläche binden, greift PGA an drei verschiedenen Stellen des Hydratationssystems der Haut ein:
1. Gigantische Wasserbindungskraft
PGA kann das 5.000-fache seines Eigengewichts an Wasser binden. Zum Vergleich: Hyaluronsäure bindet etwa das 1.000-fache, Glycerin rund das 80-fache. Diese enorme Kapazität resultiert aus der hohen Dichte an Carboxylat-Gruppen (–COO⁻) entlang der Polymerkette. Jede dieser Gruppen kann mehrere Wassermoleküle über Wasserstoffbrückenbindungen an sich binden. Schon eine 0,5%ige PGA-Lösung erzeugt einen spürbaren Feuchtigkeitsfilm, der stundenlang anhält — ohne klebrig zu wirken.
2. Atmungsaktiver Feuchtigkeitsfilm (TEWL-Reduktion)
PGA bildet auf der Hautoberfläche einen unsichtbaren, elastischen Hydrogel-Film, der den transepidermalen Wasserlust (TEWL) um bis zu 74% reduziert — im Vergleich zu 26% bei Hyaluronsäure. Das Besondere: Dieser Film ist atmungsaktiv. Im Gegensatz zu okklusiven Stoffen wie Petrolatum oder Silikonen verstopft PGA keine Poren und erlaubt den Gasaustausch der Haut. Die Feuchtigkeit bleibt in der Haut, ohne diese zu „erstickten". Das macht PGA ideal für alle Hauttypen, auch für Mischhaut und akneanfällige Haut.
3. Stimulierung der körpereigenen Feuchtigkeit (NMF-Boost)
Die vielleicht spannendste Eigenschaft von PGA: Es aktiviert die Produktion von Natural Moisturizing Factors (NMF) in der Haut. NMF sind endogene Feuchthaltefaktoren — eine Mischung aus Aminosäuren, Milchsäure, Pyrrolidoncarbonsäure (PCA) und Harnstoff, die das Stratum corneum von Natur aus feucht halten. In einer Studie mit 20 Probanden stieg die NMF-Produktion unter PGA-Anwendung nach 4 Wochen um ca. 35%. Hyaluronsäure zeigte diesen Effekt nicht. Das bedeutet: PGA arbeitet nicht nur als externer Feuchtigkeitsspender, sondern trainiert die Haut, sich selbst besser zu hydrieren.
Zusammengefasst: Während die meisten Feuchtigkeitswirkstoffe nur ein oder zwei Mechanismen nutzen, setzt PGA an drei Hebeln gleichzeitig an — Wasserbindung, Verdunstungsschutz und körpereigene Feuchtigkeitsproduktion. Diese Multitarget-Wirkung macht PGA zum derzeit stärksten Feuchtigkeitswirkstoff in der Kosmetik.
PGA vs. Hyaluronsäure: Der große Vergleich
Beide Wirkstoffe sind hervorragende Feuchtigkeitsspender, aber sie unterscheiden sich in entscheidenden Aspekten. Hier ist die detaillierte Gegenüberstellung:
| Eigenschaft | Polyglutaminsäure (PGA) | Hyaluronsäure (HA) |
|---|---|---|
| Chemische Natur | Polypeptid (Aminosäurekette) | Glykosaminoglykan (Zuckerpolymer) |
| Wasserbindungskapazität | ~5.000× Eigengewicht | ~1.000× Eigengewicht |
| TEWL-Reduktion | Bis zu 74% | Ca. 26% |
| NMF-Stimulierung | Ja (+35% nach 4 Wochen) | Nein |
| Hautdurchdringung | Oberflächlich + Follikel | Tiefere Schichten (je nach Molekülgröße) |
| Film auf der Haut | Ja, atmungsaktiv | Minimal |
| Verträglichkeit | Sehr gut, hypoallergen | Sehr gut |
| Geeignet für empfindliche Haut | Exzellent | Gut |
| Hautgefühl | Sammftig, nicht klebrig | Kann leicht klebrig wirken |
| Preis in Produkten | Moderat (sinkend) | Günstig |
| Biologisch abbaubar | Ja | Ja |
| Vegan | Ja (fermentativ) | Ja (biofermentiert) |
💡 Wichtige Erkenntnis: Synergie statt Konkurrenz
Die beste Feuchtigkeitsroutine nutzt beide Wirkstoffe zusammen: Hyaluronsäure (insbesondere low-molecular HA) dringt in tiefere Hautschichten ein und hydriert von innen. PGA bleibt an der Oberfläche, bildet einen Schutzfilm und verhindert, dass das Wasser verdunstet. Zusätzlich stimuliert PGA die körpereigene NMF-Produktion. Diese „Double-Hydration-Strategie" liefert nachweislich die stärksten und nachhaltigsten Feuchtigkeitseffekte.
Wissenschaftliche Studienlage: Eine 2023 im International Journal of Cosmetic Science veröffentlichte Vergleichsstudie untersuchte 30 Probanden über 8 Wochen. Die PGA-Gruppe zeigte eine 22% höhere Hautfeuchtigkeit als die HA-Gruppe. Besonders deutlich war der Unterschied bei der TEWL-Reduktion (transepidermaler Wasserverlust): Hier war PGA um den Faktor 2,8 überlegen. Die Kombinationsgruppe (PGA + HA) erreichte die besten Werte — 38% mehr Hydratation als HA allein.
Die besten Produkte mit Polyglutaminsäure 2026
Die Auswahl an PGA-Produkten wächst rasant. Wir haben die besten Formulierungen am Markt zusammengestellt — geprüft auf Konzentration, Kombination mit anderen Wirkstoffen und Preis-Leistungs-Verhältnis. Achte beim Kauf immer auf die Position von „Sodium Polyglutamate" in der INCI-Liste: Je weiter vorne, desto höher die Konzentration.
| Produkt | Typ | PGA-Konzentration | Besonderheit | Preis | Link |
|---|---|---|---|---|---|
| The Inkey List — Polyglutamic Acid Serum | Serum | 3% (Position 2 der INCI) | Reines PGA-Serum, sehr günstig | ~10€ | Zum Produkt → |
| Good Molecules — Polyglutamic Acid Serum | Serum | Mittel (Position 3) | Kombination mit Betain, sehr leicht | ~15€ | Zum Produkt → |
| Coxir — Ultra Moisture Pad | Tuch/Pads | Hoch (Position 4) | K-Beauty, mit Hyaluron kombiniert | ~18€ | Zum Produkt → |
| TIA'M — Vita B3 Source Toner | Toner | Mittel (Position 5) | Mit Niacinamide + Vitamin B3 | ~16€ | Zum Produkt → |
| Benton — Aloe Propolis Soothing Gel | Gel | Niedrig (Position 8) | Aloe + PGA, beruhigend | ~14€ | Zum Produkt → |
| COSRX — Advanced Snail 92 All in One Cream | Creme | Niedrig (Position 6) | Schneckenschleim + PGA, Kult-Produkt | ~20€ | Zum Produkt → |
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Das reinste PGA-Produkt zum unschlagbaren Preis. Mit 3% Sodium Polyglutamate an zweiter Stelle der INCI-Liste ist dieses Serum die effektivste und günstigste Möglichkeit, PGA in die Routine zu integrieren. Die Textur ist leicht, zieht schnell ein und lässt sich perfekt unter andere Produkte schichten. Ideal für Einsteiger und echte Feuchtigkeits-Liebhaber.
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So wendest du Polyglutaminsäure richtig an
PGA ist einer der unkompliziertesten Wirkstoffe in der Hautpflege. Es gibt keine Kontraindikationen mit anderen Inhaltsstoffen, keine Lichtempfindlichkeit und keine Einreibungszeit. Trotzdem gibt es ein paar Tipps, um das Maximum herauszuholen:
Die optimale Reihenfolge
Morgens:
- Reinigung
- Thermalwasser oder hydrating toner (Haut leicht feucht lassen)
- PGA-Serum (auf feuchte Haut auftragen)
- Hyaluronsäure-Serum (für Double Hydration)
- Vitamin C oder Niacinamide (falls gewünscht)
- Feuchtigkeitscreme
- Sonnencreme (SPF 50+)
Abends:
- Doppelreinigung
- Thermalwasser / Toner
- PGA-Serum
- Retinol oder andere Actives
- Feuchtigkeitscreme oder Gesichtsöl
💧 Der „Damp Skin" Trick
Trage PGA-Serum immer auf leicht feuchte Haut auf — niemals auf komplett trockene Haut. Grund: PGA ist ein Hydrogel-Bildner. Wenn Feuchtigkeit vorhanden ist, entfaltet es seine wasserbindende Wirkung sofort und effizienter. Besprüh dein Gesicht nach der Reinigung mit etwas Thermalwasser oder lasse die Haut leicht feucht, bevor du das Serum aufträgst.
🔄 Die „Double Hydration" Methode
Für maximale Feuchtigkeit kombiniere PGA mit Hyaluronsäure in derselben Routine. Trage zuerst das PGA-Serum auf (bildet den Schutzfilm), danach das HA-Serum (zieht tiefer in die Haut und wird vom PGA-Film am Verdunsten gehindert). Der Effekt ist wissenschaftlich belegt: Die Kombination liefert 38% mehr Hydratation als jeder Wirkstoff allein.
📌 Dosierung und Häufigkeit
2–3 Tropfen Serum für das gesamte Gesicht und den Hals. PGA kann morgens und abends verwendet werden — es gibt keine Überdosierung oder Gewöhnungseffekte. Auch bei empfindlicher Haut, während der Schwangerschaft oder nach ästhetischen Behandlungen ist PGA bedenkenlos einsetzbar.
🤝 Mit welchen Wirkstoffen kombiniert man PGA?
- Hyaluronsäure: Die perfekte Kombination für Double Hydration
- Niacinamide:PGA hydriert, Niacinamide repariert die Hautbarriere
- Retinol: PGA verhindert die austrocknende Nebenwirkung von Retinoiden
- Vitamin C: Keine Inkompatibilität, im Gegenteil: PGA stabilisiert den Haut-pH
- Peptide: Synergistisch für Anti-Aging und Hautrepair
- AHA/BHA: PGA beruhigt die Haut nach dem Peeling und hydriert intensiv
Für wen ist Polyglutaminsäure besonders empfehlenswert?
👴 Dehydrierte & trockene Haut
PGA liefert sofortige und langanhaltende Feuchtigkeit — stärker als jeder andere Wirkstoff auf dem Markt.
❄️ Winterhaut
Der atmungsaktive Film schützt vor Kälte, Heizungsluft und extremen Wetterbedingungen.
🔬 Nach ästhetischen Behandlungen
Nach Laser, Microneedling oder Peeling hydriert und beruhigt PGA die gereizte Haut ohne Irritation.
✨ Anti-Aging
Feine Linien werden sofort sichtbar reduziert. Die NMF-Stimulierung verbessert die Hautqualität langfristig.
🌸 Empfindliche Haut & Rosacea
PGA ist hypoallergen, entzündungshemmend und stärkt die kompromittierte Hautbarriere.
💧 Mischhaut & Akne
Im Gegensatz zu schweren Cremes liefert PGA leichte Feuchtigkeit, die die Poren nicht verstopft.
Häufige Fragen zu Polyglutaminsäure
Was ist der Unterschied zwischen Polyglutaminsäure und Hyaluronsäure?
Polyglutaminsäure (PGA) ist ein Polypeptid aus Glutaminsäure-Einheiten, während Hyaluronsäure ein Glykosaminoglykan (Zuckerpolymer) ist. PGA bindet etwa 5-mal mehr Wasser, bildet einen atmungsaktiven Film auf der Haut und stimuliert die körpereigene NMF-Produktion. Hyaluronsäure dringt tiefer in die Hautschichten ein. Die Kombination beider Wirkstoffe liefert die besten Ergebnisse.
Wie wendet man Polyglutaminsäure in der Hautpflege an?
Trage ein PGA-Serum oder eine PGA-Creme morgens und abends auf die gereinigte, leicht feuchte Haut auf. PGA kann vor oder nach anderen Wirkstoffen verwendet werden. Für optimale Ergebnisse kombiniere PGA mit Hyaluronsäure (Double-Hydration-Methode) und schließe mit einem Occlusiv wie Squalan oder Gesichtsöl ab, um die Feuchtigkeit einzuschließen.
Ist Polyglutaminsäure für empfindliche Haut geeignet?
Ja, absolut. PGA ist extrem gut verträglich und auch für empfindliche Haut, Rosacea oder nach ästhetischen Behandlungen bestens geeignet. Der Wirkstoff ist nicht-irritierend, hypoallergen und wirkt zusätzlich beruhigend. Es sind bisher keine allergischen Reaktionen in der dermatologischen Literatur dokumentiert.
Kann Polyglutaminsäure Falten reduzieren?
Durch die intensive Feuchtigkeitsbindung werden feine Linien und oberflächliche Fältchen sofort sichtbar reduziert — ein echter Plumping-Effekt. Langfristig verbessert PGA die Hautelastizität und stärkt die Barriere. Für tiefe Falten sollte PGA unbedingt mit Retinol, Peptiden oder Vitamin C kombiniert werden.
Welche Produkte enthalten Polyglutaminsäure?
Immer mehr Marken setzen PGA ein: The Inkey List (Polyglutamic Acid Serum), Good Molecules (Polyglutamic Acid Serum), Coxir (Ultra Moisture Pad), TIA'M (Vita B3 Source), COSRX und viele K-Beauty-Marken. Achte auf die Position von „Sodium Polyglutamate" in der INCI-Liste — je weiter vorne, desto höher die Konzentration.
Fazit: Lohnt sich PGA?
Polyglutaminsäure ist kein Hype, sondern ein echtes Upgrade der Feuchtigkeitspflege. Die wissenschaftliche Datenlage ist überzeugend: 5-mal höhere Wasserbindung als HA, 74% TEWL-Reduktion, NMF-Stimulation und eine nachweisbare Überlegenheit in direkten Vergleichsstudien.
Wer mit Hyaluronsäure allein nicht zufrieden ist, sollte PGA unbedingt testen. Und wer mit HA zufrieden ist, wird mit der Kombination aus beiden Wirkstoffen noch bessere Ergebnisse erzielen. Die Double-Hydration-Strategie ist aktuell der Goldstandard der Feuchtigkeitspflege — und PGA ist der fehlende Baustein, der diesen Ansatz erst vollständig macht.
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