Ein Hörsturz (akuter einseitiger sensorineuraler Hörverlust) ist ein oto-rhino-laryngologischer Notfall. Jede Stunde zählt. Die Chance auf Erholung sinkt mit jedem Tag, der verstreicht. Hier erfährst du, was sofort zu tun ist.
Ein Hörsturz ist definiert als:
Das ist ein Notfall! Keine „Abwarten und Tee trinken". Der HNO-Arzt muss:
Die Evidenz: Die AWMF-Leitlinie „Hörsturz" (2022) empfiehlt als Erstlinientherapie:
Die Studienergebnis: Eine Metaanalyse im Clinical Otolaryngology (2022) zeigt, dass systemische Cortisontherapie innerhalb der ersten 14 Tage die Chance auf Hörerholung signifikant verbessert (OR = 1,61). Je früher begonnen wird, desto besser.
Wenn die systemische Therapie nach 7-14 Tagen keine ausreichende Besserung bringt:
Die Evidenz: Die SAVE-Studie (2016) und eine Metaanalyse im JAMA Otolaryngology (2020) zeigen, dass die intratympanale Cortison-Injektion als Rescue-Therapie signifikant wirksamer ist als Placebo (OR = 2,4).
Die Evidenz: Die Cochrane Collaboration (2022) bewertet die HBO als Option bei therapierefraktärem Hörsturz. Der Effekt ist moderat (absolute Besserung um ca. 15-20%).
Virale Infektion: Etwa 30-40% der Patienten hatten kurz zuvor einen Atemwegsinfekt. Herpes-simplex-Virus und CMV werden diskutiert.
Vaskuläre Ursache: Durchblutungsstörung des Innenohrs (das Innenohr hat keine Kollateralzirkulation!). Risikofaktoren: Hypertonie, Diabetes, Rauchen.
Immunologisch: Autoimmun bedingte Innenohrentzündung (selten).
| Faktor | Risiko | |--------|--------| | Akuter Stress | 2-3x erhöht | | Viraler Infekt (vorher) | 2-3x erhöht | | Hypertonie | 1,5-2x | | Diabetes | 1,5-2x | | Rauchen | 1,5x | | Obere Atemwegserkrankung | 2x |
| Faktor | Prognose | |--------|---------| | Leichter Hörverlust (< 40 dB) | 80-90% Erholung | | Mäßiger Hörverlust (40-70 dB) | 50-70% Erholung | | Schwerer Hörverlust (> 70 dB) | 20-40% Erholung | | Tiefe Frequenzen betroffen | Bessere Prognose | | Hohe Frequenzen betroffen | Schlechtere Prognose | | Begleitender Schwindel | Schlechtere Prognose | | Behandlung innerhalb 7 Tage | Bessere Prognose | | Behandlung nach 30 Tagen | Deutlich schlechtere Prognose |
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Der Hörsturz ist ein Notfall. Die wichtigste Botschaft: Sofort zum HNO-Arzt – am selben Tag! Die Cortisontherapie ist am wirksamsten, wenn sie innerhalb der ersten 7-14 Tage begonnen wird. Bei unzureichendem Ansprechen ist die intratympanale Cortison-Injektion die Rescue-Option. Die Prognose hängt maßgeblich vom Schweregrad und der Schnelligkeit der Behandlung ab.
Unser Tipp: Wenn du plötzlich auf einem Ohr schlechter hörst: Nicht abwarten. Heute noch zum HNO-Arzt oder in die Notaufnahme. Jeder Tag zählt.
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Ist ein Hörsturz ein Notfall? Ja! Je früher die Behandlung beginnt, desto besser die Prognose. Am selben Tag zum HNO-Arzt.
Kann ein Hörsturz von selbst heilen? Ja, bei etwa 30-60% der Patienten kommt es zu einer Spontanremission. Aber das lässt sich nicht vorhersagen – deshalb immer behandeln.
Wie schnell muss man zum Arzt? Sofort. Ideal innerhalb von 24-48 Stunden. Spätestens innerhalb von 7 Tagen. Nach 30 Tagen ist die Prognose deutlich schlechter.
Kann ein Hörsturz wieder kommen? Ja, bei etwa 10-15% der Patienten tritt ein Rezidiv auf. Wiederholte Hörstürze sollten internistisch abgeklärt werden.
Bekommt man eine Krankschreibung? Ja. Ein Hörsturz ist in der Regel für 1-3 Wochen krankschreibbar, je nach Schweregrad und Beruf.*
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