Lange, volle Wimpern sind ein Schönheitsideal, das seit Jahrtausenden kulturell verankert ist. Während früher Mascara und künstliche Wimpern die einzige Option waren, gibt es seit Mitte der 2010er Jahre Wimpernseren, die das natürliche Wachstum der Wimpern fördern. Nachdem Prostaglandin-Analoga (wie Bimatoprost) aufgrund von Nebenwirkungen in der EU streng reguliert wurden, sind Peptid-basierte Wimpernseren heute der Goldstandard.
Wimpern durchlaufen wie alle Kopf- und Körperhaare einen Wachstumszyklus mit drei Phasen:
Der gesamte Zyklus dauert etwa 3-5 Monate – deutlich kürzer als bei Kopfhauen (2-7 Jahre). Das erklärt, warum Wimpern kürzer sind.
Peptid-Wimpernseren greifen primär in die Anagenphase ein, indem sie die Dauer der Wachstumsphase verlängern und die Produktion von Keratin stimulieren.
Der am besten untersuchte Wirkstoff in Wimpernseren. Myristoyl Pentapeptide-17 ist ein Signalpeptid, das direkt an das Haarfollikel signalisiert, mehr Keratin zu produzieren.
Studienlage: Eine In-vitro-Studie (2019) zeigte eine Erhöhung der Keratin-Genexpression um 170 % bei 10 ppm Konzentration. In einer klinischen Anwendungsbeobachtung mit 32 Probanden wuchs die Wimpernlänge nach 8 Wochen um durchschnittlich 2,1 mm.
Verbindet Biotin (Vitamin B7) mit einem Tripeptid. Biotin ist essenziell für die Keratinproduktion, und die Peptid-Kopplung verbessert die Bioverfügbarkeit am Haarfollikel.
Wirkung: Verbessert die Haardicke und reduziert Haarbruch. Synergistisch mit Myristoyl Pentapeptides-17.
Ein neueres Peptid, das ähnlich wie Pentapeptide-17 wirkt, aber eine etwas längere Signaldauer hat. Wird zunehmend in fortgeschrittenen Formulierungen verwendet.
Ein patentierter Komplex, der die Haarfollikel vor vorzeitigem Altern schützt. Studien zeigen eine Verlängerung der Anagenphase um 15-20 %.
Die kommerzielle Form des bekanntesten Wimsern-Peptids, von Symrise entwickelt. Wird in vielen Premium-Produkten verwendet.
Diese waren ursprünglich in Augentropfen gegen Glaukom und fielen als Nebenwirkung auf, dass sie das Wimpernwachstum drastisch erhöhten. Aufgrund schwerer Nebenwirkungen sind sie in der EU für kosmetische Zwecke verboten:
Jedes Produkt, das "Prostaglandin" in der INCI-Liste hat, sollte gemieden werden.
Ein beliebtes Hausmittel. Eine 2023 veröffentlichte Studie fand keinen signifikanten Effekt von Rizinusöl auf das Wimpernwachstum im Vergleich zu Placebo. Der scheinbare Effekt beruht wahrscheinlich auf der_conditionierenden Wirkung (weichere, geschmeidigere Wimpern brechen weniger).
Biotin-Tabletten haben bei normgewichtigen, gesunden Menschen keinen nachweisbaren Effekt auf das Haarwachstum, da ein Biotin-Mangel extrem selten ist.
Peptid-basierte Wimsern sind generell sehr sicher. Mögliche, aber seltene Nebenwirkungen:
Wichtig: Nur Produkte verwenden, die ophthalmologisch getestet sind. Keine Prostaglandin-Analoga!
Peptid-Wimpernseren sind eine der wenigen kosmetischen Kategorien mit echter, wissenschaftlich belegter Wirksamkeit. Myristoyl Pentapeptides-17 hat die robusteste Studienlage und ist in Produkten von RevitaLash bis The Ordinary enthalten. Wer bereit ist, 4-6 Wochen konsequent anzuwenden, wird mit sichtbar längeren und dichteren Wimpern belohnt.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis reicht von 15 € (EVELINE, The Ordinary) bis zu 130 € (RevitaLash). Auch die günstigeren Optionen liefern solide Ergebnisse – der Unterschied liegt vor allem in der Geschwindigkeit und im maximalen Ergebnis.
Disclaimer: Bei Augenreizungen Anwendung stoppen und einen Augenarzt aufsuchen. Für die Produktlinks auf dieser Seite können wir eine Provision erhalten.
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