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Petrolatum (Vaseline) als Hautschutz: Der wissenschaftliche Check

11 Min Lesezeit

Petrolatum (Vaseline) als Hautschutz: Der wissenschaftliche Check

Petrolatum (Vaseline) ist der Goldstandard der okklusiven Hautpflege. Seit über 150 Jahren verwendet, ist es eines der am besten untersuchten und wirksamsten Hautschutzmittel. Doch es gibt Vorbehalte: „Erdöl-Produkt", „verstopft Poren", „ungesund". Was sagt die Wissenschaft?


Was ist Petrolatum?

Entstehung

Petrolatum ist ein Gemisch aus Kohlenwasserstoffen (C₂₅–C₇₀), das aus der Erdöl-Raffinierung stammt. Nach mehrfacher Raffinierung ist es pharmazeutisch rein (weiße Vaseline, DAB-Qualität).

Okklusiver Effekt

Petrolatum reduziert den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) um bis zu 99 % — mehr als jeder andere Inhaltsstoff [^1].

| Okklusivum | TEWL-Reduktion | |---|---| | Petrolatum | 98–99 % | | Dimethicone | 20–30 % | | Mineralöl | 30–40 % | | Sheabutter | 40–60 % | | Lanolin | 50–70 % |


Die Studienlage

Hautbarriere-Reparatur

  • Lodén (2005): Petrolatum beschleunigt die Barrierereparatur nach Schädigung messbar [^2]
  • Es bildet nicht nur eine Schicht — es integriert in die Lipidmatrix der Hornschicht

Wundheilung

  • Winter (1962): Feuchte Wundheilung mit Petrolatum reduziert die Narbenbildung und beschleunigt die Heilung um 40 % [^3]

Sicherheit

  • ECARF (European Centre for Allergy Research Foundation): Pharmazeutisches Petrolatum ist hypoallergen und für empfindliche Haut geeignet
  • MOH (Mineral Oil Hydrocarbons): In der EU gelten strenge Reinheitsanforderungen für kosmetisches Petrolatum

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Verstopft Vaseline die Poren?

Nein. Pharmazeutisches Petrolatum hat einen Komedogenitäts-Score von 0. Die Moleküle sind zu groß für Poren.

Ist Vaseline natürlich?

Sie ist ein Erdöl-Derivat, aber nach Raffinierung pharmazeutisch rein. Wenn „natürliche" Kosmetik wichtig: Bienenwachs oder Sheabutter als Alternative.


Quellenangaben

[^1]: Lodén, M. (2005). The clinical benefit of moisturizers. J Eur Acad Dermatol Venereol, 19(6), 672–688. [^2]: Lodén, M., & Bárány, E. (2000). Skin barrier perturbation. Acta Derm Venereol, 80(4), 277–280. [^3]: Winter, G. D. (1962). Formation of the scab and the rate of epithelization of superficial wounds. Nature, 193, 293–294.


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