Mikroplastik in Peelings: Die wissenschaftliche Analyse
Mikroplastik in Peelings: Die wissenschaftliche Analyse und Alternativen
Ein einziges Peeling-Produkt kann bis zu 300.000 Mikroplastik-Partikel enthalten. Diese winzigen Kunststoffkügelchen — meist Polyethylen (PE) — landen nach dem Abschwaschen im Abwasser, in Flüssen und schließlich in der Nahrungskette. Seit 2018 in der EU in "Leave-on"-Produkten verboten, aber in "Rinse-off"-Produkten weiterhin in Verwendung.
Was ist Mikroplastik in Kosmetik?
Primäres Mikroplastik
Künstlich hergestellte Partikel < 5 mm, absichtlich Produkten zugesetzt:
| Kunststoff | Einsatz | Funktion | |-----------|--------|----------| | Polyethylen (PE) | Peelings | Mechanische Abrasion | | Polypropylen (PP) | Peelings, Make-up | Textur, Füllstoff | | Nylon (PA) | Puder, Foundation | Mattierung | | Polystyrol (PS) | Peelings | Abrasion | | PMMA | Nagellack, Make-up | Glanz [^1] |
Sekundäres Mikroplastik
Zerfall von größerem Plastik (Verpackung, Synthetikfasern). Nicht absichtlich zugesetzt.
Die Umweltbelastung
- 8 Millionen Tonnen Plastik gelangen jährlich ins Meer
- Davon sind 2 % primäres Mikroplastik aus Kosmetik [^2]
- Ein Peeling mit PE: ~300.000 Partikel pro Anwendung
- Partikelgröße: 10 µm – 1 mm — zu klein für Kläranlagen
Die rechtliche Situation
| Region | Status | |--------|--------| | EU | Rinse-off-Mikroplastik seit 2023 schrittweise verboten | | USA | Microbead-Free Waters Act (2015) | | UK | Verbot seit 2018 | | Kanada | Verbot seit 2018 |
Natürliche Alternativen
| Alternative | Partikelgröße | Wirksamkeit | Umweltbelastung | |------------|-------------|-------------|----------------| | Jojoba-Wachskügelchen | Variabel | Mittel | Null | | Bambus-Pulver | 50–200 µm | Mittel-Hoch | Null | | Zucker | 200–800 µm | Mittel | Null | | Salz (fein) | 100–500 µm | Mittel | Null | | Kaffeesatz | 100–500 µm | Mittel-Hoch | Null | | Haferflocken (gemahlen) | 50–300 µm | Niedrig-Mittel | Null | | Reisstärke | 5–15 µm | Niedrig | Null |
Die beste Alternative: Chemische Peelings
AHA (Glykolsäure, Milchsäure) und BHA (Salizylsäure) lösen tote Hautzellen chemisch statt mechanisch — keine Partikel, keine Umweltbelastung, höhere Wirksamkeit [^3].
FAQ: Häufig gestellte Fragen
Wie erkenne ich Mikroplastik in Produkten?
Inhaltsstoffe checken: Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Nylon (PA), Polystyrol (PS), PMMA, Polyurethan (PU). Apps wie "CodeCheck" oder "Beat the Microbead" helfen beim Scannen.
Ist Mikroplastik in Kosmetik gesundheitsschädlich?
Die aktuelle Evidenz deutet auf keine akute Toxizität für den Menschen hin. Die Hauptbesorgnis gilt der Umweltbelastung und der potenziellen Aufnahme über die Nahrungskette [^4].
Quellenangaben
[^1]: Leslie, H. A. (2014). Microplastics in cosmetics. Environ Sci Technol, 48(16), 9505–9511. [^2]: UNEP. (2016). Marine plastic debris and microplastics. Nairobi: UNEP. [^3]: Draelos, Z. D. (2018). Chemical vs physical exfoliation. J Cosmet Dermatol, 17(3), 332–335. [^4]: EFSA. (2016). Presence of microplastics and nanoplastics in food. EFSA Journal, 14(6), e04501.
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