Lesedauer: 12 Minuten | Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Chemical Peel at Home 2026: Chemisches Peeling selbst machen
Chemische Peelings sind wirksamer als mechanische — aber nur, wenn man sie richtig anwendet. Unser Guide zu AHA, BHA, PHA und Enzym-Peelings für zu Hause.
Was ist ein chemisches Peeling?
Bei einem chemischen Peeling werden Säuren oder Enzyme auf die Haut aufgetragen, die die Bindungen zwischen abgestorbenen Hautzellen (Korneodesmosomen) auflösen. Dadurch lösen sich die toten Zellschichten der obersten Hautschicht (Epidermis) und werden abgetragen. Im Gegensatz zu mechanischen Peelings (Peeling-Körner, Bürsten) arbeiten chemische Peelings gleichmäßiger und schonender — es gibt keine Mikroverletzungen durch harte Partikel. Die Folge: ein glatteres Hautbild, verfeinerte Poren, reduzierte Hyperpigmentierung und bessere Produktabsorption. Eine im Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology (2021) veröffentlichte Übersichtsarbeit kam zu dem Schluss, dass regelmäßige chemische Peelings nach 8 Wochen die Kollagensynthese um bis zu 25% erhöhen.
Die verschiedenen Säure-Klassen
| Typ | Hauptwirkstoffe | Eignet sich für |
|---|---|---|
| AHA | Glykolsäure, Milchsäure, Mandelsäure | Anti-Aging, Hyperpigmentierung, trockene Haut |
| BHA | Salicylsäure | Akne, verstopfte Poren, fettige Haut |
| PHA | Gluconolacton, Lactobionsäure | Empfindliche Haut, Rosazea |
| Enzyme | Papain, Bromelain | Sehr empfindliche Haut, sanftes Peeling |
AHA (Alpha-Hydroxy-Säuren): Wasserlöslich. Glykolsäure hat die kleinsten Moleküle und dringt am tiefsten ein. Milchsäure ist milder und gleichzeitig feuchtigkeitsspendend. Mandelsäure hat große Moleküle und ist sehr gut verträglich.
BHA (Beta-Hydroxy-Säure): Fettlöslich. Salicylsäure dringt in die Poren ein und löst Talg und abgestorbene Zellen. Das macht sie zum Goldstandard bei Akne und verstopften Poren.
PHA (Poly-Hydroxy-Säuren): Wasserlöslich, aber mit sehr großen Molekülen. Dringen langsam in die Haut ein und sind dadurch extrem verträglich. Auch als Antioxidantien wirksam.
Schritt-für-Schritt Anwendung
- Schritt 1 — Reinigen: Gesicht mit mildem Cleanser reinigen und vollständig trocknen.
- Schritt 2 — Auftragen: Peeling mit Wattepad oder Fingern gleichmäßig auftragen. Augen- und Lippenpartie aussparen.
- Schritt 3 — Einwirkzeit: Bei Leave-on-Peelings (Toner) nicht abspülen. Bei Wasch-off-Peelings: 5-10 Minuten einwirken lassen.
- Schritt 4 — Neutralisieren: Bei starken Peelings mit Wasser abspülen oder Neutralizing-Spray verwenden.
- Schritt 5 — Nachpflege: Hyaluronsäure-Serum und reichhaltige Feuchtigkeitscreme. Kein Retinol, kein Vitamin C an Peeling-Tagen!
- Schritt 6 — Sonnenschutz: Morgens zwingend SPF 50+ — Peelings erhöhen die Lichtempfindlichkeit drastisch.
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Wie oft sollte man chemisch peelen?
AHA-Peelings 1-2 Mal pro Woche, BHA-Peelings 2-3 Mal pro Woche. Anfänger starten mit einmal wöchentlich und steigern langsam.
Kann man chemisches Peeling und Retinol kombinieren?
Nicht am selben Tag! Peeling am Abend, Retinol am nächsten Abend. Beide erhöhen die Zellumsatzrate und können bei gleichzeitiger Anwendung zu Irritationen führen.
Welches Peeling bei empfindlicher Haut?
PHA (Gluconolacton) oder milde Milchsäure (AHA) bei 5%. PHA hat große Moleküle, dringen langsamer ein und sind besonders sanft.
Was ist nach dem Peeling wichtig?
Sonnenschutz! Chemische Peelings erhöhen die Photosensibilität. Morgens immer SPF 50+ auftragen. Reichhaltige Feuchtigkeit verwenden.