BHA vs. AHA: Welches Peeling für deinen Hauttyp?

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BHA vs. AHA: Welches Peeling für deinen Hauttyp?

Chemische Peelings sind einer der effektivsten Schritte in jeder Hautpflege-Routine. Doch die Wahl zwischen AHA (Alpha-Hydroxysäuren) und BHA (Beta-Hydroxysäuren) ist keine Geschmacksfrage – sie entscheidet darüber, ob dein Peeling wirkt oder sogar schadet.

Beide Säureklassen entfernen abgestorbene Hautzellen, aber sie tun es auf fundamentell unterschiedliche Weise. Hier ist die wissenschaftliche Erklärung.


Was sind AHAs und BHAs?

Alpha-Hydroxysäuren (AHAs)

AHAs sind wasserlösliche Säuren, die aus natürlichen Quellen gewonnen werden. Die bekanntesten Vertreter:

  • Glykolsäure (aus Zuckerrohr) – kleinste Molekülgröße, dringt am tiefsten ein
  • Milchsäure (aus Milch) – größeres Molekül, feuchtigkeitsspendend, sanfter
  • Mandelsäure (aus bitteren Mandeln) – antibakteriell, gute Verträglichkeit
  • Zitronensäure und Weinsäure – eher in Formulierungen als pH-Regulatoren

AHAs wirken an der Hautoberfläche: Sie lösen die Bindungen zwischen abgestorbenen Hautzellen (Korneozyten) im Stratum corneum und fördern die Zellerneuerung. Das Ergebnis: glattere, strahlendere Haut.

Beta-Hydroxysäuren (BHAs)

Der Name ist etwas irreführend – BHA meint in der Hautpflege fast ausschließlich Salicylsäure (2-Hydroxybenzoesäure). Im Gegensatz zu AHAs ist Salicylsäure lipidlöslich (fettlöslich).

Und genau das ist der entscheidende Unterschied.


Der molekulare Unterschied

AHA: Oberflächlich, aber effektiv

AHAs sind wasserlöslich. Sie arbeiten an der Hautoberfläche (Stratum Corneum) und können die äußerste Schicht der Hornschicht nicht durchdringen. Ihre Wirkung:

  • Exfoliation: Lösen Desmosomen-Verbindungen zwischen toten Zellen
  • Kollagen-Stimulation: Studien zeigen erhöhte Kollagensynthese bei regelmäßiger Anwendung
  • Feuchtigkeit: Besonders Milchsäure und Glykolsäure wirken hygroskopisch (ziehen Wasser an)
  • Hautbild-Verbesserung: Glattere Textur, reduzierte feine Linien

Studienlage: Glykolsäure-Peelings (20-70%) zeigen signifikante Verbesserungen bei photogeschädigter Haut, feinen Linien und ungleichmäßigem Hautton (Bernstein et al., 2001).

BHA: Tiefenreinigung der Poren

Salicylsäure ist lipidlöslich. Das bedeutet: Sie kann die Lipid-Barriere der Poren durchdringen und in die Haarfollikel eindringen. Ihre Wirkung:

  • Porenreinigung: Löst Talg und abgestorbene Zellen innerhalb der Poren
  • Antibakteriell: Hemmt Propionibacterium acnes
  • Entzündungshemmend: Reduziert Rötungen und Schwellungen
  • Komedolytisch: Verhindert die Entstehung neuer Mitesser

Studienlage: Salicylsäure (2%) ist als OTC-Aknebehandlung FDA-zugelassen und in zahlreichen Studien als wirksam belegt (Arif, 2015).


Für wen BHA besser ist

Salicylsäure ist die erste Wahl bei:

  • Akne und Pickel: BHA wirkt direkt an der Ursache – verstopfte Poren. Es löst den Talgpfropf und reduziert Entzündungen.
  • Große Poren: Durch die Tiefenreinigung erscheinen Poren optisch kleiner.
  • Fettige Haut: BHA reguliert die Talgproduktion, ohne die Haut auszutrocknen.
  • Mitesser (Komedonen): Kein anderer Wirkstoff löst Mitesser so effektiv wie Salicylsäure.
  • Mischhaut: Gezielte Anwendung in der T-Zone möglich.

Unser Produkt-Tipp: Paula's Choice 2% BHA Exfoliant ist der Goldstandard für BHA-Peelings – perfekt dosiert und ohne unnötige Zusätze.


Für wen AHA besser ist

Glykol- oder Milchsäure sind die erste Wahl bei:

  • Trockene Haut: AHAs (besonders Milchsäure) spenden zusätzlich Feuchtigkeit.
  • Sonnenschäden: Hyperpigmentierung und ungleicher Hautton sprechen besser auf AHAs an.
  • Feine Linien: Durch die Kollagenstimulation glätten AHAs feine Fältchen sichtbar.
  • Stumpfe Haut: AHAs entfernen die Schicht toter Zellen, die die Haut matt und grau wirken lässt.
  • Empfindliche Haut: Mandelsäure oder Milchsäure sind deutlich sanfter als Glykolsäure.

Tipp für empfindliche Haut: Beginne mit 5% Milchsäure und steigere langsam. Milchsäure hat ein größeres Molekül als Glykolsäure und dringt langsamer ein – weniger Irritationen.


Kann man AHA und BHA kombinieren?

Ja, aber mit Vorsicht. Die Kombination beider Säureklassen kann synergistisch wirken: AHA exfoliiert die Oberfläche, BHA reinigt die Poren. Aber:

  • Nicht im selben Schritt anwenden – das Risiko einer Hautbarriereschädigung ist zu hoch
  • Alternierend verwenden: z.B. AHA montags/mittwochs, BHA dienstags/donners tags
  • Oder in verschiedenen Zonen: BHA in der T-Zone, AHA an den Wangen

Wichtig: Bei jeder Säure-Anwendung ist Sonnenschutz am nächsten Tag Pflicht. Chemische Peelings machen die Haut photosensibler. Unser Sonnencreme-Test 2026 zeigt die besten Optionen.


Konzentration und Häufigkeit

AHA-Empfehlungen

| Hauttyp | Säure | Konzentration | Häufigkeit | |---------|-------|---------------|------------| | Empfindlich | Mandelsäure | 5-10% | 1x/Woche | | Normal | Glykolsäure | 5-10% | 2-3x/Woche | | Robust | Glykolsäure | 10-15% | 3-4x/Woche |

BHA-Empfehlungen

| Hauttyp | Konzentration | Häufigkeit | |---------|---------------|------------| | Empfindlich | 0,5-1% | 1-2x/Woche | | Normal bis fettig | 2% | 2-3x/Woche | | Akne-Anfällig | 2% | Täglich möglich |


Häufige Fehler beim Peeling

  1. Zu viel, zu schnell: Beginne immer mit niedriger Konzentration und einmal pro Woche.
  2. Ohne SPF: Peelings + keine Sonnencreme = Pigmentflecken. Keine Diskussion.
  3. Mit Retinol kombinieren: Beide sind wirksame Wirkstoffe – abends Retinol ODER Peeling, nicht beides.
  4. pH-Wert ignorieren: Ein wirksames BHA-Peeling hat pH 3-4. Ein „sanftes" Peeling mit pH 6 wirkt kaum. Mehr zur optimalen Routine in unserem Hautpflege ab 30 Guide.

Produkt-Empfehlungen nach Hauttyp

Für fettige und akne-anfällige Haut (BHA)

Für trockene und reife Haut (AHA)

  • The Ordinary Glycolic Acid 7% Toning Solution – Guter Einstieg, fairer Preis
  • Pixi Glow Tonic – 5% Glykolsäure mit Aloe, besonders gut verträglich

Für empfindliche Haut (sanfte AHAs)

  • The Ordinary Mandelic Acid 10% – Großes Molekül, weniger Irritation
  • Balea beauty effect Mandelsäure – Drogerie-Alternative mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis

Fazit

Die Wahl zwischen AHA und BHA ist keine Frage des „Besser" oder „Schlechter", sondern des richtigen Werkzeugs für das richtige Problem. BHA reinigt die Poren und bekämpft Akne. AHA glättet die Oberfläche und verbessert den Hautton. Wenn du nur eines wählen müsstest: BHA bei Akne und fettiger Haut, AHA bei Trockenheit und Anti-Aging.

Oder noch besser: Beide – alternierend und bewusst eingesetzt. Deine Haut wird es dir danken.


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